Ben Becker und Landesbischöfin im Fernseh-Gottesdienst

Nachricht 10. September 2008

Hannover/Hildesheim (epd). Der Schauspieler Ben Becker und die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann werden am Reformationstag (31. Oktober) gemeinsam einen NDR-Fernsehgottesdienst gestalten. Becker wird in der Hildesheimer St. Andreaskirche Texte von Martin Luther (1483-1546) lesen. "Dem Mann ist viel zu verdanken, etwa dass das Volk die Bibel lesen kann", sagte Becker am Mittwoch in Hannover vor Journalisten: "In diesem Sinne war er ein Revolutionär." Das Ereignis wird von 16.10 bis 17.10 Uhr im NDR-Fernsehen übertragen.

Becker hat bereits an einer Fernseh-Dokumentation über Luther mitgewirkt und sich in seinem Bühnen-Projekt "Die Bibel - Eine gesprochene Symphonie" mit Bibel-Texten auseinandergesetzt. Er bezeichne sich nicht ausdrücklich als Christ, denn er sei nicht tief im christlichen Glauben verwurzelt, sagte der Schauspieler. Er wolle aber auch nicht als "Nicht-Christ" gelten: "Ich habe viele Fragen, denn die Bibel, das Buch der Bücher, ist ein kompliziertes Buch." Nachdenklich machten ihn etwa Luthers Bibelauslegungen zum Thema Schuld.

In Hildesheim wird der Schauspieler unter anderem Texte aus einem Brief Luthers an seinen sterbenskranken Vater und aus einem Brief des Reformators zum Tode seiner Tochter rezitieren. Zudem werden Auszüge aus den Hauptschriften Luthers zu hören sein. "Er war ein aufgewühlter, zerrissener Mensch, der etwas wollte", sagte Becker: "Ich finde die Figur Luther sehr spannend." In Hildesheim werde er den Reformator als bodenständigen, nachdenklichen Menschen wiedergeben.

Bischöfin Käßmann sagte, die evangelische Kirche wolle die Zeit bis zum Reformationsjubiläum 2017 nutzen, um Luthers große Leistung als Erneuerer der Kirche ins Gedächtnis zu rufen. "Dass Menschen die Bibel lesen, ihr eigenes Gewissen daran schärfen und verantwortlich im Leben handeln, ist das Thema dieses Gottesdienstes." Mit seinen Gedanken über die Freiheit habe der Reformator Weltgeschichte geschrieben: "Wer in Deutschland lebt, muss etwas über Martin Luther wissen."

(epd Niedersachsen-Bremen/b2525/10.09.08)
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