Annastift gründet Anna-von-Borries-Stiftung

Nachricht 06. September 2008

Hannover (epd). Durch eine neue Stiftung will das evangelische Krankenhaus Annastift in Hannover orthopädische Behandlungen unterstützen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht bezahlt werden. Die Zinserträge der Anna-von-Borries-Stiftung sollen unter anderem in die Arbeit der ambulanten Kinder- und Neuro-Orthopädie fließen, teilte das Orthopädische Rehabilitationszentrum am Freitag mit. Von dem Geld solle unter anderem zusätzliches Personal bezahlt werden.

Die Neuro-Orthopädie erkennt und behandelt die Auswirkungen von angeborenen Hirn- und Rückenmarksschäden auf den Bewegungsapparat frühzeitig. Die ambulante Kinder- und Neuro-Orthopädie habe zurzeit erhebliche Finanzierungsprobleme, weil die Kassen ihre Leistungen eingeschränkt hätten, hieß es.

Die Stiftung soll am Sonntag beim 111. Jahresfest desFachkrankenhauses gegründet werden. Sie startet mit einem Grundkapital von 200.000 Euro. Betroffene, Eltern und Angehörige forderten den Erhalt der Ambulanz, hieß es. Sie hätten bereits mehr als 12.000 Unterschriften dafür gesammelt.

Das Annastift geht selbst auf eine Stiftung zurück: Im Jahr 1891 spendete Anna von Borries (1854-1951) 5.000 Reichsmark aus dem Erbe ihrer Eltern, damit "bildungsfähige junge Krüppel" eine schulische Ausbildung erhalten konnten. Die gebürtige Ratzeburgerin war nach einem Sturz vom Erntewagen selbst körperbehindert. 1897 nahm das Stift seine Arbeit auf.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2468/05.09.08)
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