Erste Moschee Ostfrieslands entsteht in Emden

Nachricht 29. August 2008

Emden (epd). Die erste Moschee in Ostfriesland entsteht in einer ehemaligen Gaststätte am Emder Bahnhof. Das Gebäude solle jetzt umgebaut werden und Platz für rund 200 Muslime bieten, sagte der Vorsitzende des türkisch-islamischen Kulturvereins Emden, Senol Sahinler, am Freitag dem epd. Bisher müssten die Muslime in Ostfriesland zu den nächstgelegenen Moscheen in Papenburg oder Oldenburg fahren.

Der Umbau wird laut Sahinler voraussichtlich rund 130.000 Euro kosten. Die Summe soll durch Spenden aufgebracht werden. Zahlreiche Arbeiten sollen darüber hinaus in Eigenleistung erbracht werden. "Das ist beim Bau von Moscheen weltweit üblich", sagte der Vereinsvorsitzende. Bereits im Frühjahr solle die neue Moschee, die zugleich als Gebetsraum und als soziales und kulturelles Zentrum dienen soll, eröffnet werden. Schon jetzt gebe es gute Kontakte zu Nachbarn und den christlichen Kirchen in der Stadt.

Der Emder Verein ist eigenen Angaben zufolge der "Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion" mit Sitz in Köln angeschlossen, die dem türkischen Staat untersteht. Die Union bildet auch Imame aus, die in deutschen Moscheen als Vorbeter tätig sind. Bundesweit gehören ihr 875 islamische Vereine und Moscheengemeinden an.

Das arabische Wort "Moschee" heißt übersetzt Anbetungsort. Urbild aller islamischen Gebetshäuser ist das in eine Moschee umgewandelte Haus des Propheten Mohammed (um 570-632) in Medina im heutigen Saudi-Arabien. Eine Moschee dient zugleich als Bildungseinrichtung und als öffentlicher Versammlungsort. Beim Bau muss das Gebäude auf das islamische Wallfahrtheiligtum Mekka ausgerichtet werden. Traditionell ist eine Moschee mit Teppichen ausgelegt und darf nicht mit Schuhen betreten werden.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2365/29.08.08)
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