Evangelisches Gymnasium Nordhorn wird am 23. August eingeweiht

Nachricht 20. August 2008

Am 23. August um 11 Uhr wird das neue evangelische Gymnasium Nordhorn eingeweiht. Die Feier beginnt mit einem Open-Air-Gottesdienst, in dem Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann die Predigt halten wird. Käßmann wird in dem Gottesdienst Friedrich Wilhelm Busch als Schulleiter und die Mitglieder des Gründungskollegiums in ihre Ämter einführen.

Das Gymnasium unter der Trägerschaft der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers startet mit vier Klassen des fünften Jahrgangs und 110 Schülerinnen und Schülern. Es gibt zwei Forscherklassen, eine Latein-Plus-Klasse und eine Musikklasse. Die Schule wird als Ganztagsschule geführt.


Ablauf
Gottesdienst mit anschließendem Festakt:
• Rede zur Einweihung des Gebäudes: Landrat Friedrich Kethorn
• Grußworte: Kultusministerin Elisabeth Heister-Neumann und Landessuperintendent Dr. Detlef Klahr
• Schlüsselübergabe und Rede des Schulleiters
• Segenshandlung zur Einweihung
• Begrüßung der Schülerinnen und Schüler
• Gelegenheit zur Besichtigung der Schule

Fest der Nordhorner Kirchengemeinden zur Einweihung

Hinweise:
• Adresse des Evangelischen Gymnasiums: Bernhard-Niehues-Str. 49,
48529 Nordhorn
• Sollte es regnen, findet der Gottesdienst in der Kreuzkirche, Jahnstr. statt.


Hannover, 20.8.2008
Pressestelle der Landeskirche
Dr. Johannes Neukirch, Pressesprecher


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Evangelisches Gymnasium wird eingeweiht

Nordhorn/Kr. Grafschaft Bentheim (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann wird an diesem Sonnabend das Evangelische Gymnasium Nordhorn einweihen. Damit hat die evangelisch-lutherische Landeskirche die Zahl der allgemein bildenden Schulen in ihrer Trägerschaft auf vier erhöht. Bis 2010 sollen es nach derzeitigem Planungsstand sechs sein, sagte Oberlandeskirchenrätin Kerstin Gäfgen-Track am Mittwoch dem epd. Danach müsse die Landeskirche beraten, wie sie mit den bis zu 20 weiteren Anfragen umgehen wolle.

Die Verhandlungen und Vorbereitungen für Nordhorn seien "super gelaufen", sagte Gäfgen-Track. Es habe lediglich ein Jahr vom Verhandlungsbeginn bis zum Start der Schule gedauert. Auch für das Gymnasium in Meine bei Gifhorn seien die Verträge bereits unterzeichnet.
Der Grundschulzweig der Waldschule Eichelkamp in Wolfsburg ist seit einem Jahr in evangelischer Trägerschaft. Für die Übernahme einer Schule in Osnabrück als Gymnasium oder Gesamtschule "sieht es derzeit nicht schlecht aus". Ein Gebäudegutachten als neuerliche Verhandlungsgrundlage erwartet Gäfgen-Track Ende September. Im vergangenen Jahr hatten die SPD-Ratsfraktion und Schulleiter umliegender Schulen zunächst ablehnend reagiert.

Nach dem niedersächsischen Schulgesetz darf die evangelische Kirche mit Finanzmitteln des Landes bis zu acht allgemein bildende Privatschulen errichten. Seit 1977 sind das Gymnasium Adreanum in Hildesheim und die Paul-Gerhard-Schule in Dassel in evangelischer Trägerschaft. Ein 2007 zwischen Bischöfin Käßmann und dem damaligen Kultusminister Bernd Busemann geschlossener Vertrag sieht die Gründung von vier weiteren allgemein bildenden Schulen vor. Insgesamt unterhalten Landeskirche und Diakonie zurzeit knapp 120 Schulen, überwiegend Förder-, Fach- und berufsbildende Schulen.

Das Evangelische Gymnasium Nordhorn werde als offene Ganztagsschule geführt, kündigte Schulleiter Friedrich Wilhelm Busch an. Das evangelische Profil komme in Schulgottesdiensten, Andachten, der Feier religiöser Feste sowie einem verpflichtenden Religionsunterricht bis zur zwölften Klasse zum Ausdruck. Zudem sollten die Schüler schon früh Betriebspraktika in diakonischen Einrichtungen machen. Die Schule sei offen für alle Kinder unabhängig von ihrer Konfession oder Religion. Derzeit seien mehr als 80 Prozent der angemeldeten Kinder evangelisch.

Im Schulkonzept sind darüber hinaus die "besonderen pädagogischen Schwerpunkte einer Schule aus evangelischem Geist" formuliert. Das seien etwa Ruhepunkte im Schulalltag, Fördermaßnahmen nach indivduellen Stärken und Schwächen, gemeinsame Mittagessen in den unteren Klassen oder die Unterrichtung in 90- statt 45-Minuten-Einheiten. Zu den Profilklassen gehörten erstmals in einer evangelischen Schule auch zwei "Forscherklassen" mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt. Mit dem Schulgeld von 45 Euro pro Monat sollten zusätzliche Angebote finanziert werden.

Das neue Gymnasium werde wegen der hohen Anmeldezahlen mit 108 Schülern in vier Klassen der fünften Jahrgangsstufe starten, sagte Busch. Dazu habe der Kreistag des Landkreises Grafschaft Bentheim eine Ausnahmegenehmigung erteilt, da eigentlich eine Dreizügigkeit vertraglich festgelegt sei.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2247/20.08.08)
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