50 Stolpersteine erinnern in Celle an NS-Opfer

Nachricht 06. August 2008

Celle (epd). In Celle erinnern mittlerweile 50 "Stolpersteine" in Gehwegen an Bürger der Stadt, die Opfer des NS-Regimes wurden. Zum Abschluss der Aktion gibt die Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit eine Broschüre mit den Biografien heraus, teilte das Stadtarchiv am Mittwoch mit. Sie wird am 21. August um 19 Uhr in der Synagoge Celle vorgestellt. Das Heft informiert zudem über die Orte in der Stadt, an denen der Kölner Künstler Gunter Demnig die Steine eingelassen hat.

Initiiert von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit hatte Demnig im April 2004 vor der Celler Synagoge die ersten sechs Stolpersteine in Niedersachsen verlegt. Die mit Messing überzogenen Steine erinnern an die Familie Feingersch. Zur Einweihung war Eli Eyal (früher Feingersch) gekommen, der 1939 als 15-Jähriger nach Palästina ausgewandert war. Seine Eltern und ein Bruder wurden im Dezember 1941 aus Celle deportiert. Sie und drei Töchter der Familie wurden in Konzentrationslagern ermordet oder sind verschollen.

Das Stolperstein-Projekt wurde 1990 vom Kölner Bildhauer Gunther Demnig ins Leben gerufen. Die in den Boden eingelassenen 10 mal 10 Zentimeter großen Messingplatten mit den Namen und Lebensdaten der Opfer finden sich mittlerweile in mehr als 300 deutschen, österreichischen, niederländischen und ungarischen Ortschaften - unmittelbar dort, wo die Opfer vor ihrer Verhaftung lebten. Bis Ende September vergangenen Jahres wurden Demnig zufolge etwa 12.500 Steine verlegt.

Internet: www.stolpersteine.com

(epd Niedersachsen-Bremen/b2146/06.08.08)
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