Rund 45 Veranstaltungen zum Hiroshima-Gedenktag am 6. August geplant

Nachricht 04. August 2008

Berlin/Hannover (epd). Zum Hiroshima-Gedenktag an diesem Mittwoch (6. August) haben Friedensinitiativen und Vereine an die Bundesregierung appelliert, sich stärker für eine atomwaffenfreie Welt einzusetzen. Wie die atomkritische Ärzte-Vereinigung IPPNW am Montag in Berlin mitteilte, fordert die Kampagne "unsere zukunft - atomwaffenfrei" ein "Ende der deutschen Teilhabe an US-Atomwaffen". Außerdem verlangte die Kampagne, der 48 Gruppierungen angehören, einen "Ausstieg aus der nuklearen Planung der NATO" sowie den Abzug der US-Atomwaffen aus dem Bundeswehrstützpunkt Büchel in der Eifel.

Mit rund 45 Veranstaltungen soll zudem bundesweit an den Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki am 6.
August 1945 erinnert werden. Dabei sind Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen und Radsport-Veranstaltungen geplant. Neben Mahnwachen unter anderem in Bonn, Bochum und Frankfurt am Main will zum Gedenktag die Initiative "Pace-Makers" sieben Mal mit Fahrrädern das Atomwaffenlager Büchel umrunden. Die Werkstatt für Friedensarbeit "Sichelschmiede" startet am gleichen Tag in Berlin eine fünftägige Friedensradtour zum Luft-Boden-Schießplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide.

In Hiroshimas Partnerschaft Hannover beginnt das Gedenken zum 63.
Jahrestag um 8 Uhr mit Kurz-Ansprachen des evangelischen Stadtsuperintendenten Wolfgang Puschmann und Bürgermeisterin Ingrid Lange (Grüne) in der Ruine der Aegidienkirche. Um 8.15 Uhr, dem Zeitpunkt des Atombomben-Abwurfs, wird die Friedensglocke im Turm der Ruine dreimal angeschlagen. Sie ist eine Nachbildung der Glocke im Friedenspark von Hiroshima und ein Geschenk der japanischen Partnerstadt.

Nach einer anschließenden traditionellen japanischen Trauer-Teezeremonie folgen in der Ruine stündliche Gebete mit Stille und Meditationen. Auf dem Hiroshima-Gedenkhain im Stadtteil Alte Bult eröffnet um 10 Uhr der Künstler Klaus-Dieter Kappenberg seine Ausstellung "Kunst für den Frieden". Auf dem Maschteich hinter dem Rathaus werden gegen 21 Uhr bunte Papierlaternen auf das Wasser gesetzt. Dieses Ritual zum Gedenken an die Opfer findet zeitgleich auf dem Otah-Fluss in Hiroshima statt.
Hannover und Hiroshima sind seit 1983 als Partnerstädte verbunden.

Darüber hinaus hat die Kampagne "unsere zukunft - atomwaffenfrei" zu einer Großdemonstration und einem Aktionscamp vor dem Atomwaffenlager Büchel am 30. August aufgerufen. Zu der Großdemonstration haben den Angaben der Veranstalter zufolge bereits die Sängerin Nina Hagen, der Psychoanalytiker Horst-Eberhardt Richter sowie die Schauspielerin Barbara Rütting ihre Teilnahme zugesagt. Einen Überblick über alle Veranstaltungen findet sich auf der Internetseite www.friedenskooperative.de.

Am 6. August 1945 um 8.15 morgens warf das US-amerikanische Flugzeug "Enola Gay" die Atombombe "Little Boy" über Hiroshima ab. Bei diesem ersten Einsatz einer Atomwaffe in einem Krieg wurden ungefähr 80 Prozent der bis dahin unbeschädigten Stadt zerstört und zwischen 90.000 und 200.000 Menschen sofort getötet.

(epd Niedersachsen-Bremen/b2123/04.08.08)
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