Medizinische Hochschule eröffnet Palliativstation

Nachricht 29. Juli 2008

Hannover (epd). Erstmals in ihrer 42-jährigen Geschichte hat die Medizinische Hochschule Hannover eine Palliativstation zur Schmerzlinderung unheilbar kranker Patienten eröffnet. "Ein Traum wird wahr. Jetzt sind wir in der Lage, den Bedürfnissen unserer Patienten in jeder Phase ihrer Erkrankung gerecht zu werden", sagte Professor Arnold Ganser am Montag. Er hatte die Idee vor sechs Jahren angeregt und vorangetrieben. Die meisten Patienten, die auf die Station überwiesen werden, leiden den Angaben zufolge an Krebs.

Ihnen stehen künftig sieben besonders ausgestattete Einzelzimmer zur Verfügung. "Hier wird ein multiprofessionelles Team den Aufenthalt so schmerzfrei und angenehm wie möglich gestalten", sagte der Vizepräsident der Hochschule, Andreas Tecklenburg. Zwei Oberärzte werden sich schmerzmedizinisch gezielt um die Patienten kümmern. Geplant sind unter anderem regelmäßige Visiten mit Strahlentherapeuten. Ein großer Teil der zehn Pflegekräfte habe sich schmerzmedizinisch fortgebildet, hieß es.

Für die neue Station wurden rund 400 Quadratmeter umgebaut. Die Kosten liegen bei rund 200.000 Euro. Um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, sei die Station mit vielfältigen Kunstwerken ausgestattet, erläuterte die Palliativärztin und Anästhesistin Thela Wernstedt.
Optischer Mittelpunkt ist ein Werk des hannoverschen Malers Rüdiger Stanko, der auf einer großen Leinwand ein Diagramm mit unterschiedlich breit angeordneten Farbstreifen geschaffen hat.

Im Flur wurde eine "Lichtbank" des Schweizer Künstlers Francesco Mariotti montiert, die alle fünf Minuten ihre Farbe wechselt. Zudem hängt in jedem Zimmer ein Werk des Malers Erich Wegner. Die Hochschule erhielt die Bilder aus dem Nachlass des Künstlers von einem Galeristen geschenkt.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2089/28.07.08)
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