Diakonie Kästorf beklagt Unterfinanzierung der Pflege

Nachricht 17. Juli 2008

Gifhorn (epd). Die Diakonischen Heime Kästorf haben am Donnerstag das Finanzierungssystem der Altenpflege scharf kritisiert. In Baden-Württemberg erhalte ein alter Mensch in Pflegestufe 3 etwa 300 Euro mehr als in Niedersachsen, sagte Vorstand Hans-Peter Hoppe, bei der Jahrespressekonferenz. Dies sei ein negatives Beispiel der Sozialpolitik, bei dem sich die Frage nach der Gerechtigkeit stelle.

Vorstand Jens Rannenberg kündigte an, die Forderung nach mehr Mitteln der öffentlichen Hand zu verstärken. Es gehe um die gerechte Entlohnung der von der Diakonie in Kästorf erbrachten Arbeit, sagte er bei der Vorlage des Jahresberichtes 2007. Die Diakonischen Heime Kästorf mit den Diakonischen Betrieben Kästorf und der Stiftung "Wohnen und Beraten" sind mit 1.200 Mitarbeitern eine der größten Hilfseinrichtungen in Norddeutschland.

Der Umsatz der Heime und Betriebe konnte dem Bericht zufolge gegenüber dem Vorjahr von 52,3 auf 54,5 Millionen Euro gesteigert werden. Die Gruppe sei 2007 neu ausgerichtet worden und kooperiere gezielt mit anderen Einrichtungen wie dem Stephansstift in Hannover und der Evangelischen Stiftung Neuerkerode, berichteten die beiden Vorstände. Das Angebot sei durch eine anerkannte Werkstatt für Menschen mit seelischen Behinderungen und der Gründung einer Diakonischen Servicegesellschaft (DSK) erweitert worden.

Mit der Servicegesellschaft versuche die Kästorfer Diakonie zusätzliche Qualifizierungsmöglichkeiten für die Hilfesuchenden zu schaffen, sagte Jens Rannenberg. Bei anderen Einrichtungen würden solche Tätigkeiten gerne kostengünstig ausgelagert. Die Diakonie in Kästorf hat ihre Wurzeln in der Wohnungslosenhilfe, ist aber inzwischen auch in der Jugendhilfe, Altenpflege und Behindertenhilfe aktiv. Die Einrichtung gehört dem Diakonischen Werk der evangelischen Landeskirche Hannovers an.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2029/17.07.08)
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