Olympia-Protest: Mehr als 200.000 Armbänder bestellt

Nachricht 16. Juli 2008

Hannover (epd). Bei der hannoverschen Landeskirche sind inzwischen mehr als 200.000 Protest-Armbänder für die Olympischen Spiele in Peking bestellt worden. Landesbischöfin Margot Käßmann sagte am Mittwoch dem epd, die Zahl der Bestellungen sei überwältigend: "Es zeigt, dass Menschen für andere eintreten und ein Zeichen setzen wollen." Käßmann hatte Ende März schwarze Silikon-Armbänder mit dem Bibelvers "...dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen" bedrucken lassen, um damit symbolisch gegen die Verletzung von Menschenrechten in China und Tibet zu protestieren.

Der Einsatz für Menschenrechte sei auch im Sinn der olympischen Idee, betonte die Bischöfin: "Wir freuen uns über das Sportereignis, aber wir werden uns nicht von Glitzerfassaden so blenden lassen, dass wir vergessen: In China werden Menschenrechte verletzt."

Die Bänder, die gegen eine Spende bestellt werden können, sollten ursprünglich nur in einer Auflage von 2.000 Stück an Sportler und andere Interessierte verschenkt werden. Die Aktion stieß jedoch auch bei Schulklassen, Sportvereinen oder Kirchengemeinden auf große Resonanz. Nach Angaben Käßmanns sind inzwischen mehr als 30.000 Euro für die vom Evangelischen Entwicklungsdienst unterstützte Menschenrechtsorganisation "Asian Human Rights Commission" in China gespendet worden.

Auch der Sportbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Valentin Schmidt, lobte die Aktion: "Die Menschenrechte sind dadurch noch einmal stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung gerückt." Er hoffe sehr, dass dies auch über die Olympischen Spiele hinaus ein Thema in der Öffentlichkeit bleibe.

Schmidt wies darauf hin, dass die Athleten in Peking die Bänder nicht in den Wettkampfstätten oder im Olympischen Dorf tragen dürften. Hier seien weder politische Demonstrationen noch Banner, Poster oder Bändchen erlaubt. Dagegen gilt das "Deutsche Haus", in dem ARD und ZDF ihre Studios einrichten, nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbundes nicht als "olympische Stätte". Bei den täglichen Pressekonferenzen könnten die Athleten hier ihre eigene Meinung äußern.

Die Armbänder können angefordert werden unter der Telefonnummer 0511/1241-707 oder per Mail-Adresse corinna.kuschel@evlka.de, Betreffzeile: Olympia 2008. In einer beiliegenden Karte wird um eine Spende für die "Asian Human Rights Commission" auf das Konto 44 22 11 0 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 251 205 10 gebeten.


(epd Niedersachsen-Bremen/b2015/16.07.08)
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