Landesbischöfin: "Gerede über unmotivierte Jugend ist hinfällig"

Nachricht 02. Juli 2008

Käßmann beim Festakt zu 50 Jahren FSJ in Niedersachsen

Am heutigen Geburtstag des Freiwilligen Sozialen Jahres in Niedersachen hat Landesbischöfin Margot Käßmann deutliche Worte gefunden. Vor rund 250 Freiwilligen sagte die Bischöfin im Stephansstift in Hannover: Der Erfolg und die steigende Nachfrage nach dem FSJ zeige, dass "das Gerede über eine ummotivierte Jugend hinfällig ist". Seit 1958 haben 11.000 junge Menschen zwischen 16 und 26 Jahren ein soziales Jahr in Kirchengemeinden oder diakonischen Einrichtungen absolviert. Käßmann unterstrich die wachsende Bedeutung der Freiwilligenarbeit. "Das ist Zukunftsmusik für das Land", besonders auch, wenn der allgemeine Wehrdienst wegfalle. Die hannoversche Bischöfin zeigte sich beeindruckt von Gesprächen mit Freiwilligen, die äußerten "ich habe das erste Mal erlebt, dass ich gebraucht wurde".

Manfred Schwetje, Sprecher der Diakonie in Niedersachsen, bezeichnete das Freiwillige Soziale Jahr als "Lerndienst". Es vermittle "Klugheit, die das Leben gelingen lässt." Er wies darauf hin, dass die "Freiwilligen Erfahrungen machen, die sie ein Leben lang prägen."

1958 begann das Diakonische Jahr in Niedersachsen. Es wurde 1964 vom Gesetzgeber im "Gesetz zur Förderung eines Freiwilligen Sozialen Jahres" aufgegriffen und ist heute zu einem Angebot mit großer Nachfrage geworden. Jedes Jahr bewerben sich rund 1.000 Freiwillige auf 450 Stellen in Kindertagesstätten, Altenheimen, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und anderen diakonischen Einrichtungen in Niedersachsen.


Bernd Prigge
Pressesprecher
des Diakonischen Werkes der
Evangelisch-lutherischen
Landeskirche Hannovers

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