Äbtissin will Kloster Walsrode nach einem Jahr verlassen

Nachricht 31. Mai 2008

Walsrode (epd). Die Äbtissin des Klosters Walsrode, Ilona Reger, will das evangelische Damenstift nach nur einem Jahr in dem Leitungsamt verlassen. Die 52-Jährige bestätigte einen Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, nach dem sie mit ihrem langjährigen Lehrer für japanisches Bogenschießen nach Hamburg ziehen will. Sie plane, ihr Amt niederzulegen, sobald sie eine Arbeitsstelle gefunden habe, sagte sie dem epd. Dies habe sie dem Konvent und der Klosterkammer Hannover schriftlich mitgeteilt. Eine Nachfolgerin werde bereits gesucht.

Der Öffentlichkeitsdezernent der Klosterkammer, Christian Pietsch, sagte dem epd, die Ordnung des Klosters Walsrode verbiete es Äbtissinnen nicht, ihr Amt aufzugeben. In den vergangenen Jahrhunderten seien immer wieder Klosterdamen aus persönlichen Gründen aus evangelischen Stiften ausgeschieden. Sie müssten bei ihrem Amtsantritt kein Ordensgelübde ablegen. Die Ordnungen verlangten jedoch, dass die Klosterdamen und Äbtissinnen alleinstehend und evangelisch sein müssten.

Ilona Reger war im Sommer vergangenen Jahres als Äbtissin eingeführt worden. Zuvor hatte die geschiedene Mutter von vier erwachsenen Kindern als Vorstandssekretärin bei einem Unternehmen für Windparkplanung in Husum gearbeitet. Dem Konvent des Klosters Walsrode gehören nach ihren Angaben zurzeit zwei Alt-Äbtissinnen und sechs Konventualinnen an. Eine weitere Interessentin wohne bereits im Haus. Das Kloster geht auf eine Gründung aus dem Jahr 986 zurück und wurde in Folge der Reformation zu einem evangelischen Damenstift.


(epd Niedersachsen-Bremen/b1526/30.05.08)
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