"Babykörbchen" ab August wieder in Betrieb

Nachricht 27. Mai 2008

Hannover (epd). Das "Babykörbchen" am Krankenhaus Friederikenstift in Hannover soll nach Angaben der hannoverschen Landeskirche am 22. August wieder in Betrieb genommen werden. Das neue Babykörbchen mit Klappe und Wärmebett sowie den nötigen Sicherheitsvorkehrungen sei bei zwei Hamburger Firmen in Auftrag gegeben worden, sagte Pressesprecher Johannes Neukirch am Montag dem epd. Die Kosten beliefen sich auf etwa 20.000 bis 25.000 Euro.

Die Firma CK Elektronik, die für die Alarm- und Sicherheitstechnik zuständig sei, und die Firma Walter Winkelmann als Hersteller hatten auch bereits das erste Babykörbchen angefertigt. Es ist seit Anfang Januar außer Betrieb, nachdem ein toter Säugling in einer Stofftasche vor dem Körbchen gefunden worden war. Nach einem Gutachten der Staatsanwaltschaft war die Klappe zum Babykörbchen verzogen. Am Griff wurden DNA-Spuren der Mutter gefunden.

Künftig sollen die technischen Vorrichtungen verbindlich einmal im Jahr durch einen Fachbetrieb gewartet und durch einen Sachverständigen des TÜV überprüft werden, sagte Neukirch. Darüber hinaus werden sie vierteljährlich auf äußerlich erkennbare Schäden und auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft. Einmal pro Woche werde das "Netzwerk Mirjam" als Betreiber das Körbchen kontrollieren.

Das Projekt "Mirjam - ein Netzwerk für das Leben" für Mütter in Not wurde 2001 von der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann und dem Diakonischen Werk gegründet. Es unterhält neben dem Babykörbchen auch ein Notruf-Telefon für schwangere Frauen. Unter der Nummer 0800/60 500 40 werden die Anruferinnen rund um die Uhr beraten. Seit 2001 hat es nach Angaben des Netzwerks rund 900 ernsthafte Beratungen von Müttern in Not gegeben. Die vier Betreiber von Babykörbchen für Findelkinder in Niedersachsen hatten sich im April auf gemeinsame Qualitäts- und Kontrollkriterien verständigt.

Im Internet: Mirjam - ein Netzwerk für das Leben


(epd Niedersachsen-Bremen/b1463/26.05.08)
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