Jan Janssen wird neuer Bischof der Oldenburger Kirche

Nachricht 23. Mai 2008

Rastede/Kr. Ammerland (epd). Kirchentagspastor Jan Janssen wird der neue Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Die im ammerländischen Rastede tagende Synode wählte den 45-jährigen Fuldaer Theologen am Freitag im zweiten Wahlgang mit 56 Stimmen bei drei Enthaltungen und einer ungültigen Stimme in das höchste Amt ihrer Kirche. Sein Gegenkandidat Professor Dieter Beese (52) aus Münster trat im zweiten Wahlgang nicht erneut an. Er erhielt im ersten Wahlgang nur 16 der 60 Stimmen der Kirchenparlamentarier. Janssen dagegen verpasste im ersten Wahlgang mit 44 Stimmen das notwendige Quorum um nur eine Stimme.

Der neue Bischof wird am 29. September in der Oldenburger Lamberti-Kirche in sein Amt eingeführt, wenn der amtierende Bischof Peter Krug (64) in den Ruhestand verabschiedet wird. Jan Janssen wurde in Bad Bevensen geboren und ist seit 2002 Pastor beim Deutschen Evangelischen Kirchentag mit Sitz in Fulda. Bei den großen Christentreffen ist er verantwortlich für die Gottesdienste.

Janssen studierte in Münster, Bern und Göttingen Theologie und war von
1992 bis 1994 Vikar in Oldenburg. Danach war er zwei Jahre Pastor in Wiefelstede bei Oldenburg. Beim Kirchentag in Leipzig war er 1996 und
1997 Abteilungsleiter für Projekte. Anschließend übernahm Janssen eine Pfarrstelle an der Wilhelmshavener Christus- und Garnisonkirche. Hier war er auch verantwortlich für die "Kirche am Meer" zur Expo 2000. Janssen ist verheiratet und hat drei Kinder.


(epd Niedersachsen-Bremen/b1412/23.05.08)
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"Gelassen und fröhlich im Glauben" - Kirchentagspastor Jan Janssen wird neuer Bischof in Oldenburg - (Porträt)


Rastede/Kr. Ammerland (epd). Der neue Bischof hört gern Jazz, liebt die Nordsee, arbeitet in seiner Freizeit im Garten und kümmert sich künftig um die Geschicke der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg. Der 45-jährige Kirchentagspastor Jan Janssen ist verheirateter Vater von drei Kindern und wird vom 1. Oktober an Bischof zwischen Wangerooge und den Dammer Bergen. Am Freitag wählte ihn die Synode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg im ammerländischen Rastede zum Nachfolger von Bischof Peter Krug (64), der Ende September in den Ruhestand tritt.

Die Frage, ob er sich vorstellen könne, Bischof in seiner alten Heimatkirche zu werden, habe ihn mit Überraschung und Respekt erfüllt, sagt Janssen. Die Oldenburger Landeskirche kennt er gut. Aufgewachsen ist der Sohn eines Diakons und einer Kirchenmusikerin im friesländischen Sengwarden, sein Vikariat absolvierte er in Oldenburger Stadtteil Bloherfelde. Als Pastor war er in Wiefelstede und in Wilhelmshaven tätig, bis er 2002 als Kirchentagspastor nach Fulda ging.

"Der Wanderzirkus Kirchentag hat mich natürlich geprägt", sagt Janssen.
Doch er weiß, dass das große Christentreffen ohne die aktive Ortsgemeinde gar nicht möglich wäre. "Der Kirchentag ist ein wunderbarer Ausnahmezustand, der die Ortsgemeinde im Alltag bereichern kann. Aber er ist kein Dauerzustand."

Gelernt habe er beim Kirchentag, dass die Kirche abhängig ist von den "Experten des Alltags", den Ehrenamtlichen, betont der Pastor. Das gelte für alle Bereiche, auch für den Gottesdienst, der ihm besonders am Herzen liegt. "Ein biblisches Wort gehört nicht nur in den Mund eines Pastors." Er selbst ließ sich noch während seines Zivildienstes zum Lektor ausbilden.

"Der Gottesdienst muss nahe an den Fragen der Menschen sein und darf nicht zu einer musealen Veranstaltung werden", sagt Janssen. Die Feier schaffe die Verbindung zwischen Sonntag und Alltag. "Dabei gehören Liturgie und Diakonie unbedingt zusammen", unterstreicht er. Das bedeute: "Aus dem Glauben muss auch die Handlung folgen." An der Oldenburger Kirche schätze er die Vielfalt und die große Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat und ihrer Tradition. Das sei ihm etwa bei Aufbahrungen von Verstorbenen auf den Höfen im Moor bei Wiefelstede deutlich geworden.

Als Oldenburger Bischof sei er der "erste Pfarrer der Kirche" und damit auch Pfarrer und Seelsorger für die Theologen, beschreibt Janssen seine neue Aufgabe. Darüber hinaus wolle er Prozesse anstoßen, "aber nicht als abgehobene Einzelperson". Vielmehr gehe es um ein gemeinsames Gestalten von Kirche. "Und das geht am besten mit einer selbstbewussten Kirche, die ihren Bischof auch dann und wann erdet", sagt der künftige Oldenburger Bischof.


Jörg Nielsen
(epd Niedersachsen-Bremen/b1373/23.05.08)
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Wolfgang Huber gratuliert Jan Janssen zur Bischofswahl

Mit großer Freude hat der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischof Wolfgang Huber, auf die Wahl von Kirchentagspastor Jan Janssen zum neuen Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg reagiert. Janssen bringe herausragende Erfahrungen in sein neues Amt mit ein. Die ihm eigene „Zuversicht und Unverzagtheit als Prediger des Evangeliums in einer Welt, die sich neu ihrer religiösen Wurzeln besinnt,“ werde ihm dabei zugute kommen, so Wolfgang Huber in seiner Gratulation.

Janssen könne sich gewiss sein, dass viele Menschen ihn zu seinem Amtsantritt mit guten Wünschen und Gebeten begleiteten. „Ich freue mich auf eine erste Begegnung in Ihrem neuen Amt und begleite Sie auch persönlich mit der Bitte um Gottes Segen in Ihrem neuen Dienst.“

Hannover, 23. Mai 2008
Pressestelle der EKD
Silke Römhild