Gottesdienst erinnert mit Glocken an gesunkene Schiffe

Nachricht 20. Mai 2008

Carolinensiel/Kr. Wittmund (epd). Ein ökumenischer Gottesdienst soll am 25. Mai im ostfriesischen Carolinensiel wieder an verunglückte Schiffe in aller Welt erinnern. Auf den Weltmeeren seien im vergangenen Jahr mehr als 100 Schiffe gesunken, sagte der Leiter des Sielhafenmuseums, Manfred Sell, am Mittwoch dem epd. Bei dem Gottesdienst im Museumshafen werde zum zwölften Mal für jedes gesunkene Schiff die Glocke des 1854 gestrandeten Auswanderer-Seglers "Johanne" ertönen. Bei der Katastrophe vor der Insel Spiekeroog ertranken damals 80 Menschen.

Im Mittelpunkt der Feier werde in diesem Jahr ein Bericht der Vorsitzenden der Vereinigung der Seemannsfrauen, Gerlind Wendt, aus Bremen stehen, sagte Sell. Die Frauen unterstützen sich gegenseitig bei persönlichen Dingen oder in Gesprächen mit den Behörden und den Reedereien.

Die Carolinensieler Schiffsandacht wurde 1996 nach dem tragischen Unfall des auf Borkum stationierten Seenot-Rettungskreuzers "Alfried Krupp" ins Leben gerufen. Die Besatzung hatte in der Neujahrsnacht 1995 einem niederländischen Seenotretter helfen wollen, der bei Sturm über Bord gerissen worden war. Auf dem Rückweg wurden der Vormann und der Maschinist der "Alfried Krupp" selbst von Bord gespült. Sie konnten nicht gerettet werden. Der Niederländer wurde später von einem Hubschrauber aus dem Meer gezogen.

Carolinensiel, heute ein Ortsteil von Wittmund, hatte im 19. Jahrhundert nach Emden den zweitgrößten Handelshafen Ostfrieslands. Die Sielhäfen entstanden an den Mündungen der Wasserläufe in die Nordsee.

Internet: www.sielhafenmuseum.de


(epd Niedersachsen-Bremen/b1291/14.05.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen