Vizepräsident würdigt Verein "Homosexuelle und Kirche"

Nachricht 10. Mai 2008

Hannover (epd). Die Ökumenische Gemeinschaft Homosexuelle und Kirche (HuK) Hannover hat Freitag ihr 30-jähriges Bestehen gefeiert. Der Geistliche Vizepräsident des evangelischen Landeskirchenamtes in Hannover, Arend de Vries, nannte die 30 Jahre "eine Zeit des gemeinsamen Ringens um Wahrheiten, um Gemeinschaft, um gemeinsame Wege und immer wieder auch um Auswege". Dabei habe es auch Enttäuschungen und Verletzungen gegeben, sagte de Vries in seiner Predigt in der hannoverschen Kreuzkirche.

Die Geschichte der Gesellschaft und der Kirche mit Schwulen und Lesben sei spannungsvoll bis in die Gegenwart. Bei vielen "Umwegen und wohl auch Irrwegen" sei sie in der Kirche heute ein gemeinsamer Suchweg. Geschwisterlichkeit und Freundschaft, aber auch der Glaube, dass Gott sich nicht vereinnahmen lasse, hätten Menschen unterschiedlicher Überzeugung zusammengehalten: "Und es hat lange gedauert, bis manche krummen Wege dann doch noch eben und gerade wurden."

De Vries begrüßte die Aussage des HuK-Vorsitzenden Pastor Hans-Jürgen Meyer, dass in der hannoverschen Landeskirche nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen um die Homosexualität inzwischen Versöhnung statt Konfrontation angesagt sei. "Heute muss sich niemand vor der Kirchenleitung in Acht nehmen oder gar verstecken", sagte der Vizepräsident. Bei Pastorinnen und Pastoren gehe es um Einzelfallregelungen, die vorab mit der Kirchenleitung besprochen würden.

Dennoch blieben Grenzen, ergänzte de Vries: "Nach dem Pfarrerdienstrecht ist das gemeinsame Leben im Pfarrhaus nach wie vor ausgeschlossen." Ausnahmen habe es bislang nicht gegeben. Der hannoversche Verein "Homosexuelle und Kirche" ist nach eigenen Angaben mit mehr als 80 Mitgliedern und rund 120 Freunden und Sponsoren die größte HuK-Regionalgruppe in Deutschland.

Internet: http://hannover.gay-web.de/huk


(epd Niedersachsen-Bremen/b1267/09.05.08)
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