Landesbischöfin kritisiert wirtschaftlichen Druck in der Pflege

Nachricht 09. Mai 2008

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat den wirtschaftlichen Druck in der Pflege kritisiert. Pflegebedürftigkeit müsse heute in Euro und Cent beschrieben und abgerechnet werden, sagte sie am Donnerstag in Hannover vor Mitarbeitern der Diakonie: "Diese Sichtweise widerspricht zutiefst dem christlichen Menschenbild, das immer den ganzen Menschen sieht." Körperliche, seelische und geistliche Bedürfnisse dürften nie voneinander getrennt werden.

Ihr sei bewusst, wie schwierig die Situation für die Pflegerinnen und Pfleger sei, sagte die Bischöfin der mit mehr als drei Millionen Mitgliedern größten evangelischen Landeskirche in Deutschland: "Enge Pflegesätze, Zeitdruck und das Ringen um angemessene Bezahlung machen das Lebens schwer." Doch gerade in der Pflege kranker und alter Menschen könne die Kirche ihre Botschaft von der Hoffnung für jeden Menschen verwirklichen.

"So ist das, was durch Pflegerinnen und Pfleger, durch Zivildienstleistende und ehrenamtlich Mitarbeitende in unseren Diakoniestationen geschieht, ein unverzichtbarer Teil der Verkündigung des Evangeliums", sagte Käßmann. Sie wünsche sich, dass eine evangelische Diakoniestation sich von anderen Einrichtungen durch liebevolle Zuwendung unterscheide, die den einzelnen Menschen im Blick habe, betonte die Bischöfin.


(epd Niedersachsen-Bremen/b1248/08.05.08)
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