Christuskirche in Hannover wird 2009 zum Paradiesgarten

Nachricht 06. Mai 2008

Hannover (epd). Die evangelische Christuskirche in Hannover wird sich im nächsten Jahr zeitweise in einen Paradiesgarten verwandeln. Als Beitrag zum Gartenjahr 2009 der Region Hannover wird die Kirche üppig mit orientalischen Bäumen wie Palmen und mit Sträuchern bepflanzt, sagte Hannovers Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann am Dienstag vor Journalisten. In der Mitte der Kirche wird ein Kokon aus halbtransparentem Nylon-Gewebe als "Raum der Wandlung" aufgespannt und mit Lichtspielen und Video-Projektionen beleuchtet.

Die Kosten des Projektes in Höhe von 200.000 Euro werden zur Hälfte von der Region Hannover übernommen. Die andere Hälfte teilen sich die Kirche und Sponsoren wie die Hanns-Lilje-Stiftung und die Klosterkammer Hannover. Nur ein Sechstel der Kosten stamme aus Kirchensteuern, betonte Spieckermann. Das Projekt "Garten in der Kirche - Kirche im Garten" wird von Ostern bis zum Erntedankfest zu sehen sein.

Die Landessuperintendentin präsentierte in Hannover den Sieger-Entwurf eines Wettbewerbs für die "Garten-Eden-Kirche". Der erste Preis mit 4.000 Euro ging an die Künstlerin Anne Nissen und das Landschaftsarchitektur-Büro "Grün Plan" aus Hannover. Sie wollen in dem kontemplativen Nylon-Kokon einen Brunnen als "Quelle des Lebens" und einen Olivenbaum aufstellen. Zudem planen sie vier "Nebelbecken" in der dschungelartig begrünten Kirche. Der Kirchenboden wird mit Holzhäckseln ausgelegt.

Auf dem Platz vor der Kirche sollen kleinere Kokons mit Pflanzen auf den "Garten Eden" im Inneren hinweisen. Spieckermann zeigte sich begeistert von dem Entwurf: "Er setzt die Sehnsucht nach Neuwerden, Wandlung, Ganzheit des Lebens sehr überzeugend um, ohne Brüche zu verschweigen." Die Gestaltung lade zum Durchatmen, Meditieren und Beten ein: "Der Paradiesgarten ist ein großes Symbol der Hoffnung." In dem Kokon sollen auch Konzerte, Gottesdienste, Vorträge und Diskussionen stattfinden.

Der Umweltdezernent der Region Hannover, Professor Axel Priebs bezeichnete das Projekt als einen "Leuchtturm" des Gartenjahrs 2009: "Wir glauben, dass wir in diesem urbanen Umfeld etwas besonders Schönes und weit Ausstrahlendes schaffen können." An dem Wettbewerb hatten sich insgesamt 22 Künstler und Landschaftsarchitekten beteiligt.

Anlässlich der Expo 2000 war in Hannover bereits die evangelische Apostelkirche als "Garten Eden" gestaltet worden. Dabei waren mehrere Monate lang Bäume und Pflanzen in der Kirche zu sehen. Die Christuskirche wurde von 1859 bis 1864 von dem hannoverschen Architekten Conrad Wilhelm Hase (1818-1902) als Residenzkirche König Georgs V. im neugotischen Backstein-Stil errichtet. Sie feiert 2009 ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum.


(epd Niedersachsen-Bremen/b1216/06.05.08)
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