Superintendent tritt für Dialog über Gentechnik ein

Nachricht 01. Mai 2008

Northeim (epd). Nach dem Ende der Besetzung eines Versuchsfeldes für gentechnisch veränderte Rüben bei Northeim hat sich der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Leine-Solling, Heinz Behrends, für einen Dialog zwischen Gentechnik-Gegnern und Befürwortern ausgesprochen. "Ich wünsche mir, dass es Gespräche gibt", sagte der Theologe am Mittwoch.

Die KWS Saat AG aus Einbeck hatte am Dienstag auf einem Teil des Feldes Rübensamen ausgesät, die im Labor gegen ein Pflanzenschutzmittel resistent gemacht wurden. Nach einem Ultimatum des Unternehmens brachen die Besetzer ihre Aktion am Mittwoch ab. Rund 100 Umweltschützer demonstrierten anschließend in der Northeimer Innenstadt gegen die "grüne" Gentechnik.

Er habe in Gesprächen ausgelotet, ob nach der Aussaat ein öffentliches Forum zu diesem Thema organisiert werden könne, sagte Behrends. Die Feldbesetzer hielten dies jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für sinnvoll.

Die SPD im niedersächsischen Landtag forderte unterdessen eine bessere Bürgerbeteiligung bei Gentechnik-Versuchen. Die Genehmigungsverfahren müssten verändert werden, um den Menschen mehr Mitsprache zu ermöglichen, sagte die agrarpolitischen Sprecherin Karin Stief-Kreihe am Mittwoch.

Die Grünen riefen dazu auf, den Widerstand gegen die gentechnisch veränderten Zuckerrüben zu unterstützen. Ihr agrarpolitischer Sprecher Christian Meyer verwies darauf, dass rund 80 Prozent der Bevölkerung die Gentechnik in der Landwirtschaft ablehnten. Die CDU/FDP-Landesregierung solle die Genversuche nicht weiter unterstützen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b1170/30.04.08)
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