Kirchliches Projekt zur Schulden-Prävention beendet

Nachricht 30. April 2008

Northeim (epd). Nach dreijähriger Laufzeit ist im evangelischen Kirchenkreis Leine-Solling ein Schulden-Präventionsprojekt für Jugendliche zu Ende gegangen. "Es war die erste Initiative dieser Art im Bereich der hannoverschen Landeskirche", sagte Superintendent Heinz Behrends am Mittwoch vor Journalisten. Träger des Projektes "Kuckuck" war das Diakonische Werk des Kirchenkreises. Zu den Geldgebern zählten die Klosterkammer Hannover und der Innovationsfonds der hannoverschen Landeskirche.

Ausgangspunkt für das Vorhaben sei eine deutliche Verschärfung der Schuldenproblematik bei jungen Leuten gewesen, sagte Marco Spindler vom Diakonischen Werk Einbeck. Jeder zehnte Jugendliche sei im Durchschnitt mit rund 1.500 Euro verschuldet. Bei Volljährigen häuften sich die Schulden unter anderem durch Auto-Leasing- und Handy-Verträge an. Jüngere verschuldeten sich häufig im Freundes- und Bekanntenkreis. "Wir wollten mit dem Projekt das Übel an der Wurzel packen", sagte Spindler.

Nach seinen Angaben haben die für das Projekt eingestellten Sozialpädagoginnen und weitere Mitarbeiter jeden Monat rund 120 Kinder und Jugendliche erreicht. "Wir waren in Schulklassen und bei Konfirmandengruppen, haben Jugendaktionstage und Beratungsrallyes organisiert", berichtete die Sozialpädagogin Anja Preidecker-Seidel. In "Unterrichts-Modulen", die auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnitten seien, sei nach den Ursachen für Verschuldung gefragt worden. Zudem hätten die Berater die Wirkung von Werbung erläutert und mit den Schülern den eigenverantwortlichen Umgang mit Geld geübt.

"Wir haben die Jugendlichen eigene Haushaltpläne aufstellen lassen", sagte Preidecker-Seidel. An Berufsschulen seien Projekttage zum Thema "Mein erstes eigenes Auto" angeboten worden. Bei Kinderfesten hätten Teilnehmer "Handy-Spardosen" gebastelt. Viele Jungen und Mädchen hätten auch um konkrete Tipps beim Kauf von Mobiltelefonen gebeten: "Nur Prepaid-Verträge mit klarer Kostenübersicht, lautete da unsere Empfehlung". Die Projekt-Beteiligten haben ihre Erfahrungen in einer Präventions-Broschüre zusammengefasst.

Internet: www.kuckuck-praevention.de


(epd Niedersachsen-Bremen/b1161/30.04.08)
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