Christival: Sektenbeauftragte warnt vor Fundamentalismus

Nachricht 30. April 2008

Bremen/Hannover (epd). Zum Beginn des missionarischen Jugendkongresses "Christival" am Mittwoch in Bremen hat die Hamburger Sektenexpertin Ursula Caberta vor dem Erstarken eines konservativ-evangelischen Fundamentalismus gewarnt. Ihr mache Sorgen, wie sich religiöse Auslegungen so genannter evangelikaler Christen immer mehr in den Köpfen ausbreiteten, sagte die Leiterin der "Arbeitsgruppe Scientology" bei der Hamburger Innenbehörde in einem Interview des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen (ekn). Das Gespräch wurde am Mittwochabend auf Radio ffn gesendet.

Zu dem umstrittenen Christival erwarten die theologisch konservativ ausgerichteten Organisatoren bis Sonntag mehr als 15.000 Dauerteilnehmer aus ganz Deutschland. Kritiker werfen den Initiatoren christlich-fundamentalistische Positionen vor. Im Vorfeld hieß es von ihrer Seite, das Christival diskriminiere Frauen und Homosexuelle. Auch abseits von Großveranstaltungen sind laut Caberta die Evangelikalen im Vormarsch.

Die Sektenbeauftragte kritisierte vor allem das konservative Frauenbild, das sie dabei beobachtet habe. Die Kirchen müssten sich gegen solche Tendenzen abgrenzen, forderte Caberta. Sie dürften "nicht der Versuchung erliegen, über diese evangelikalen, fundamentalistisch Abdriftenden zu meinen, sie könnten ihre Kirche beleben".

(epd Niedersachsen-Bremen/b1158/30.04.08)
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