Evangelischer Pfarrer erhält Zisterzienser-Ehrentitel

Nachricht 24. April 2008

Medingen/Kr. Uelzen (epd). Der evangelische Pfarrer Paul Geißendörfer
(72) aus dem fränkischen Heilsbronn ist mit einem Ehrentitel des katholischen Zisterzienser-Ordens ausgezeichnet worden. Er habe bei dem Jahrestreffen der "Gemeinschaft Evangelischer Zisterzienser-Erben in Deutschland" im Kloster Medingen bei Uelzen die Berufungsurkunde zum "Familiare" erhalten, sagte der Abt des Klosters Loccum, der ehemalige hannoversche Landesbischof Horst Hirschler, am Donnerstag dem epd.

Familiare seien Laienmitglieder von Ordensgemeinschaften, die zwar außerhalb des Ordens lebten, diesen aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützten. Geißendörfer setze sich seit zwei Jahrzehnten für die Zusammenführung der evangelischen ehemaligen Ziesterzienser-Klöster in Deutschland ein, sagte Hirschler. Bundesweit gebe es noch 140 ehemalige Klöster der Zisterzienser und Zisterzienserinnen, die während der Reformation aufgelöst oder in andere kirchliche Einrichtungen umgewandelt worden seien.

An dem viertägigen Jahrestreffen haben Hirschler zufolge mehr als 180 Abgesandte aus den 119 Gemeinden mit Zisterzienser-Kirchen zwischen Rügen und dem Bodensee teilgenommen. Fast alle ehemaligen Klosterkirchen sind heute Gemeindekirchen. Einige Klöster wie Mariensee, Wienhausen, Börstel oder Medingen in Niedersachsen wurden evangelische Damenstifte, andere wie Maulbronn in Württemberg zu evangelischen Klosterschulen.

Loccum ist laut Hirschler das einzige der ehemaligen Zisterzienser-Klöster, das durchgehend einen Abt, einen Prior und einen Konvent beibehalten hat. Das Kloster hat den in Rom ansässigen katholischen Zisterziener-Orden formell nie verlassen. Heute werden hier in einem Predigerseminar angehende Pastorinnen und Pastoren ausgebildet.


(epd Niedersachsen-Bremen/b1090/24.04.08)
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