Erste Einigung im Tarifkonflikt der Kirchen

Nachricht 21. April 2008

Hannover (epd). Im Tarifkonflikt für die rund 35.000 Beschäftigten der niedersächsischen evangelischen Kirchen haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine erste Einigung erzielt.
Die von beiden Seiten paritätisch besetzte "Arbeits- und Dienstrechtliche Kommission der Kirchen" (ADK) beschloss, künftig die Entgelttabelle des Tarifvertrags der Länder anzuwenden, teilten die Mitarbeiterverbände und die hannoversche Landeskirche am Montag mit.

Auch die entsprechende Staffel über die Jahressonderzahlung soll künftig in den Kirchen zugrunde gelegt werden. Die wöchentliche Arbeitszeit wurde wie bisher auf 38,5 Stunden festgelegt, etwas weniger als nach dem Tarifvertrag der Länder. Es handele sich um einen Zwischenbeschluss, der wieder hinfällig werden könne, aber doch richtungsweisend sei, so die Landeskirche. Der Beschluss gilt für die Kirchen von Hannover, Braunschweig und Oldenburg. In weiteren Verhandlungen soll nun unter anderem die Frage möglicher Einmalzahlungen geklärt werden.

Für die Arbeitgeber zeigte sich Oberlandeskirchenrätin Andrea Radtke nach der Sitzung der Kommission zufrieden: "Hier war ein deutliches Aufeinanderzugehen beider Seiten zu erkennen." Die Beratungen sollten schnellstmöglich fortgesetzt werden. Auch die Mitarbeitervertreter äußerten sich positiv: "Das ist ein gewisser Erfolg, der ohne die neu zusammengesetzte Mitarbeiterseite der ADK sicher nicht zu erreichen gewesen wäre", erklärten sie. Allerdings habe es beim rückwirkenden Weihnachtsgeld für 2006 und 2007 einige Verschlechterungen gegeben.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber verhandeln seit dem Frühjahr vergangenen Jahres über ein neues Tarifrecht. Die Arbeitnehmer strebten eine Übernahme des Tarifvertrags der Länder ohne Verschlechterungen an.


(epd Niedersachsen-Bremen/b1035/21.04.08)
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