Landesbischöfin: Mission hat sich seit Harms gewandelt

Nachricht 21. April 2008

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). 200 Jahre nach der Geburt des niedersächsischen Missionsgründers Ludwig Harms haben sich nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann die Beziehungen von Christen weltweit deutlich gewandelt. Mission sei keine Einbahnstraße mehr von Nord nach Süd, sagte Käßmann. Sie sehe eine Herausforderung darin, "bei uns in den Gemeinden und Kirchenkreisen immer wieder Interesse zu wecken an unseren Partnerkirchen". Dazu gehöre auch, den eigenen Horizont zu erweitern und die theologischen Ideen aus Kirchen in Übersee in Deutschland ins Gespräch zu bringen.

Ludwig Harms wurde am 5. Mai 1808 in Walsrode geboren. Er legte in Hermannsburg bei Celle den Grundstein für ein internationales Missionswerk. "Von Ludwig Harms ist bis heute der Mut ungeheuer beeindruckend, mit dem er Menschen in die Welt geschickt hat", sagte Käßmann, die Vorsitzende des Missionsauschusses der evangelisch-lutherischen Trägerkirchen des Werkes ist. Grundlage sei für ihn die Überzeugung gewesen, den Glauben an Jesus Christus als gute Nachricht weiterzutragen.

Ludwig Harms begann 1849 mit der Ausbildung von Missionaren für den Dienst in Übersee. Heute arbeitet das Missionswerk in Trägerschaft der Landeskirchen Braunschweig, Hannover und Schaumburg-Lippe mit 19 Kirchen in Ländern außerhalb Europas zusammen. Das Missionswerk entsende Mitarbeiter wie Pastoren oder auch Mediziner für besondere Aufgaben in seine Partnerkirchen, erläuterte der Dezernent für Weltmission der hannoverschen Landeskirche, Rainer Kiefer.

In Zukunft sei angestrebt, dass mehr Mitarbeiter aus den Partnerkirchen etwa in Südafrika und Äthiopien nach Deutschland kämen. "Es muss gelingen, durch internationale Mitarbeiter auch bei uns Weite und ökumenisches Lernen in die Gemeinden zu tragen", sagte der Oberlandeskirchenrat. "Mission steht heute auch für Projektzusammenarbeit im Bereich von Bildung, medizinischer Grundversorgung und Entwicklungszusammenarbeit."

Zu den größten Hilfsprojekten der letzten Jahre gehörte nach Angaben der Direktorin des Missionswerkes, Martina Helmer-Pham Xuan, der Bau von rund 250 Häuser für die Opfer der Tsunami-Flut in Südindien. Das Verständnis für andere Kulturen werde in einer globalisierten Welt zunehmend wichtig, betonte die Direktorin.

Ab 2009 plane das Missionsseminar in Hermannsburg einen englischsprachigen Aufbaustudiengang "interkulturelle Theologie" anzubieten, sagte sie. Das Angebot in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen wende sich an Theologen, aber auch an Mediziner oder Journalisten aus Deutschland und aus den internationalen Partnerkirchen. "Es geht um ein Geben und Nehmen, bei dem alle voneinander lernen."

Internet: www.elm-mission.net

(epd Niedersachsen-Bremen/b0895/21.04.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen