EKD-Ratsvorsitzender: Christen aus dem Irak aufnehmen

Nachricht 20. April 2008

Hannover (idea). Der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), begrüßt die Signale der Innenministerkonferenz zur Aufnahme von Christen und Angehörigen anderer religiöser Minderheiten aus dem Irak. Er erwartet, dass die deutsche Initiative Nachahmer in weiteren Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) findet.

In einer von der EKD-Pressestelle in Hannover verbreiteten Mitteilung geht Huber auch auf die Zurückhaltung der EU ein, christliche Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen. Auch wenn der Rat der Justiz- und Innenminister der EU am 18. April in Luxemburg der Initiative von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) noch nicht gefolgt sei, so bestünden in Deutschland schon die rechtlichen Grundlagen für die Aufnahme schutzbedürftiger Flüchtlinge, so der Ratsvorsitzende.

Eine europäische Koordinierung sei zwar wünschenswert, aber nicht zwingend notwendig. Huber begrüßt die Absicht Frankreichs, Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen, sowie den Einsatz der Niederlande, Dänemarks, Irlands, Finnlands, Schwedens und Großbritanniens, die sich gegenüber den anderen EU-Ländern für eine Umsiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge und Verfolgter ausgesprochen hätten.

In den Erstaufnahmeländern Syrien und Jordanien hätten die irakischen Flüchtlinge weder einen gesicherten Aufenthaltsstatus, noch eröffne sich eine Perspektive, in absehbarer Zeit in den Irak zurückzukehren. Rasche Hilfe sei unerlässlich. Neben der unmittelbaren Hilfe für Flüchtlinge müsse es politisch darum gehen, im Irak auf Verhältnisse zu drängen, in denen die Menschenrechte, einschließlich der Religionsfreiheit, geachtet würden.

Copyright: Evangelische Nachrichtenagentur idea
E-Mail: idea@idea.de