Küster wollen sich nicht verdrängen lassen

Nachricht 18. April 2008

Braunschweig (epd). Die Küster in den evangelischen Landeskirchen wollen sich nicht durch ehrenamtliche Helfer verdrängen lassen. Vor allem für größere Gemeinden mit vielen Gottesdiensten und Konzerten sei ein hauptberuflicher Küster unverzichtbar, sagte am Freitag der Vorsitzende des Deutschen Evangelischen Küsterbundes, Rudolf Schäfer aus Braunschweig, in einem epd-Gespräch.

Im Winter müsse der Schnee rechtzeitig geräumt sein, sagte er als Beispiel. Das oft sehr wertvolle Abendmahlsgerät müsse fachgerecht gepflegt werden. Hauptberufliche Küster garantierten die Verbindlichkeit dieses Dienstes. Die Kirche des Rheinlandes habe dies erkannt und setze den Stellenabbau nicht fort. In kleinen Dorfkirchen, in denen nur ein Gottesdienst im Monat stattfinde, sei die Situation jedoch anders, räumte Schäfer ein.

Der Deutsche Küsterbund hat sich Anfang des Jahres gebildet. Ihm gehören elf regionale Küsterverbände an, unter anderem in Braunschweig, Bremen und Hannover. Weitere Verbände seien im Aufbau, etwa in Thüringen. Genaue Zahlen, wie viele Männer und Frauen den Beruf versehen, liegen derzeit nicht vor, bedauerte der Vorsitzende. Nach dem Stand des Jahres 2006 waren es etwa 5.500. Küster werden regional unterschiedlich auch als Mesner, Kirchenvogt, Kirchner oder Kirchendiener bezeichnet.

In der Satzung des neuen Küsterbundes heißt es: "Durch ihren Dienst unterstützen die Küster die Verkündigung des Evangeliums im Gottesdienst, tragen maßgeblich zum guten Gelingen von Amtshandlungen und anderen Veranstaltungen bei und sind besorgt um die Erhaltung und Pflege des kirchlichen Eigentums". Das Berufsbild wandele und erweitere sich, sagte Schäfer, der an der Klosterkirche in Braunschweig-Riddagshausen tätig ist. In manchen Gemeinden werde der Küster zum "Gemeindemanager".

(epd Niedersachsen-Bremen/b1015/18.04.08)
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