Umfrage: Nur jeder zweite Ort nutzt verkaufsoffene Tage

Nachricht 15. April 2008

Lüneburg (epd). Nur knapp die Hälfte der berechtigten Orte öffnen einer Umfrage der Niedersächsischen Industrie- und Handelskammern (IHK) zufolge an den Sonn- und Feiertagen ihre Geschäfte. Dabei seien in den Ausflugsorten, in denen die Läden geöffnet werden, bis zu 70 Prozent mehr Tagesgäste zu verzeichnen, sagte der Tourismusexperte und IHK-Geschäftsbereichsleiter Lüneburg-Wolfsburg, Martin Exner, am Montag dem epd. Er rief die Händler auf, stärker die gesetzlichen Möglichkeiten der Sonn- und Feiertagsöffnung zu nutzen.

In den anerkannten niedersächsischen Kur- Erholungs- und Wallfahrtorten dürften die Geschäfte an mehr als 40 Sonn- und Feiertagen im Jahr geöffnet werden, sagte Exner. Damit seien die Handelskammern im Grunde zufrieden. Mehr könne noch für die Ausflugsorte getan werden, die nicht das Prädikat Kur- oder Wallfahrtsort tragen. Ihre touristische Bedeutung müsse stärker berücksichtigt und die Möglichkeit der Sonntagsöffnung erweitert werden.

Die Kirchen haben in jüngster Zeit wiederholt zum Schutz der Sonn- und Feiertage aufgerufen. In der vergangenen Woche beschlossen die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutsche Kulturrat eine engere Zusammenarbeit beim Sonntagsschutz. Mit gemeinsamen Aktivitäten solle die kulturelle Bedeutung des Sonntags als Tag der Erholung, der Einkehr und gemeinsamer Freizeit herausgestellt werden, hieß es.

Der EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber unterstrich, es gebe eine Verantwortung von Gesellschaft und Staat für kulturelle Nachhaltigkeit. Dies zeige sich insbesondere beim Schutz und der Gestaltung des Sonntags.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0956/14.04.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen