Lüneburger Michaeliskirche feiert 300 Jahre Dropa-Orgel

Nachricht 15. April 2008

Lüneburg (epd). Die St.-Michaelis-Gemeinde in Lüneburg feiert am 1. Mai die Vollendung ihrer großen Orgel vor 300 Jahren. Aus historischen Unterlagen gehe hervor, dass Ende April 1708 die Orgel abschließend gestimmt wurde, sagte der ehemalige Michaelis-Pastor, Wolfgang Koch, am Dienstag dem epd: "Drei der damals bekanntesten Organisten aus Hannover, Hamburg und Celle hatten ein Gutachten erstellt und die Orgel als gut bewertet." 1705 hatte der Orgelbauer Matthias Dropa mit dem Bau des Instrumentes begonnen.

Zum Jubiläum haben Koch und Kantor Tobias Gravenhorst eine 40-seitige, bebilderte Broschüre über die Geschichte der Orgel herausgegeben. Gravenhorst habe dazu eine CD eingespielt, die Hörbeispiele für die verschiedenen Entwicklungsstufen des Instrumentes gebe, sagte Koch. Die Orgel war zuletzt 1999 aufwendig restauriert worden. Dabei wurde eine seltene Mischung aus romantischen und barocken Klängen wiederhergestellt.

Bei den Forschungen zur Orgel habe er Neues über ihren Erbauer Matthias Dropa entdeckt, sagte Koch. Dropa sei wahrscheinlich 1646 im damaligen Siebenbürgen geboren. Anders, als bisher vermutet, war er kein Schüler des damals berühmtesten Orgelbauers Arp Schnitger (1648-1719). Er sei vielmehr selbstständiger Mitarbeiter in Schnitgers Werkstatt gewesen, "der auch zu seinem Konkurrenten wurde". Um 1700 habe sich Dropa von Schnitger gelöst. Nach dem Bau der Michaelis-Orgel sei er nach Lüneburg gezogen, wo er bis zu seinem Tod 1732 gelebt habe.

Im Jubiläums Gottesdienst am 1. Mai um 11 Uhr spielt Gravenhorst auf der Orgel den Zyklus "Himmelfahrt" von Oliver Messiaen aus dem Jahr 1932. Bei einem "großen Spektakel" ab 21 Uhr stehen neben Orgelmusik Schauspiel und Tanz auf dem Programm. Die Kirche, deren älteste Teile aus dem Jahr 1376 stammen, wird dabei laut Koch farbig ausgeleuchtet, die Bänke werden entfernt.

Internet:www.sankt-michaelis.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b0963/15.04.08)
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