Spieckermann: Handwerk ist das Rückgrat der Wirtschaft

Nachricht 12. April 2008

Hannover (epd). Die evangelische Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann hat davor gewarnt, angesichts explodierender Managergehälter und gleichzeitiger Massenentlassungen allgemein über "die Wirtschaft" zu schimpfen. "Dabei wird zu leicht der angestellte Manager eines global agierenden Unternehmens gleichgesetzt mit dem inhabergeführten mittelständischen Familienbetrieb", sagte sie am Sonnabend beim 20. "Gildentag" von Handwerk und Kirche in Hannover.

Familienbetriebe produzierten lokal, setzten ihre Waren in der Region ab und hafteten im Fall des Scheiterns mit ihrem eigenen Vermögen. "Handwerk und Mittelstand bilden das Fundament unserer Wirtschaft", hob Spieckermann hervor. Für den Mittelstand sei seit jeher selbstverständlich: "Unternehmen sind Teil der Gemeinschaft und haben eine Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Kunden und Nachbarn, ihrer Umwelt und der Gesellschaft insgesamt." Er dürfe daher nicht mit börsennotierten Unternehmen über einen Kamm geschoren werden.

Zu dem Gildentag unter dem Thema "Handwerk als Chance" waren auf Einladung der evangelischen Kirche Handwerker aus der ganzen Region Hannover in die hannoversche Pauluskirche gekommen. Bäcker oder Fleischer waren ebenso vertreten wie Kfz-Mechaniker. Der Gildentag habe immer "Zeitansagen" gesetzt und aktuelle Themen über Vorgänge in der Wirtschaft aufgegriffen, sagte Spieckermann, die als Landessuperintendentin den Sprengel Hannover leitet.

Da sich der Sprengel durch eine Strukturreform der Kirche deutlich vergrößert habe, werde die Veranstaltung künftig vom Stadtkirchenverband Hannover organisiert, kündigte sie an. Zum Sprengel Hannover gehören seit Juli 2007 neben der Region Hannover auch der größte Teil des Landkreises Nienburg sowie der Südteil des Landkreises Schaumburg. Der Kirchenbezirk umfasst damit inzwischen rund 600.000 evangelische Christen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0938/12.04.08)
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