Entwicklingspolitische Tagung fordert Klimagerechtigkeit

Nachricht 07. April 2008

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Der Dezernent für Entwicklungspolitik der hannoverschen Landeskirche, Rainer Kiefer, hat konkrete Projekte für den Klimaschutz angemahnt. "Wir sehen mit Schrecken, dass die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden", sagte Oberlandeskirchenrat Kiefer am Montag bei einer Tagung zum Thema "Klimagerechtigkeit".

In Hermannsburg bei Celle waren zu der entwicklungspolitischen Tagung mehr als 120 Vertreter von Kirchen, Hilfs- und Missionswerken zusammengekommen. Kiefer sagte seinem Manuskript zufolge, die hannoversche Landeskirche wolle als größte evangelische Landeskirche in Deutschland bis zum Jahr 2015 ihren Kohlendioxid-Ausstoß erheblich reduzieren. Gemeinden und Einrichtungen sollten gegenüber 2005 in ihren Gebäuden die Emissionen um 25 Prozent reduzieren.

"Das wäre ein Schritt, der die Klimaschutzziele der Bundesregierung unterstützt", sagte er. Gleichzeitig werde mittelfristig eine erhebliche Entlastung der Haushalte in der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland erreicht. Der Professor für Philosophie und Religionswissenschaften, Jesse Mugambi, aus Kenia sagte, vor allem Afrika leide unter der Ausbeutung der Umwelt.

Dort machten Bauern, Hirten und Fischer die Erfahrung, dass Dürrezeiten viel heißer und trockener seien als noch vor Generationen, erläuterte Mugambi laut Redemanuskript. Regen sei immer weniger vorhersehbar. Fortschritt dürfe nicht länger am Ressourcenverbrauch gemessen werden, forderte er. Regierungen handelten verantwortlich, wenn sie die verletzlichsten Gesellschaften schützten und für die Grundbedürfnisse wie Essen, Wasser, Gesundheit und Bildung sorgten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0887/07.04.08)
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