Diakonische Dienste: Krankenhaus-Finanzierung ändern

Nachricht 04. April 2008

Hannover (epd). Die Unternehmensgruppe Diakonische Dienste Hannover hat an die Bundesregierung und den Bundestag appelliert, das Finanzierungssystem für Krankenhäuser kurzfristig zu ändern. "Wenn nicht gehandelt wird, ist eine erhebliche Rationierung von Leistungen und ein Qualitätsverlust zu befürchten, denn die Krankenhäuser werden nicht entsprechend ihrer Leistungen vergütet", erklärten der Sprecher der Geschäftsleitung, Utz Wewel, und der Vorsitzende der Mitarbeitervertretung, Georg Cravillon, am Freitag in Hannover.

So dürften die Preise für die Krankenhausleistungen in diesem Jahr nur um 0,14 Prozent erhöht werden. "Damit steht bei der Steigerungsrate bereits das fünfte Jahr in Folge eine Null vor dem Komma", hieß es. Dem stünden gestiegene Kosten etwa durch Tariferhöhungen, die höhere Mehrwertsteuer und für Energie entgegen. Die "Deckelung" der Budgets müsse zurückgenommen werden, fordern die Diakonischen Dienste.

Zu der Unternehmensgruppe gehören die Henriettenstiftung, das Friederikenstift und das Annastift in Hannover mit Kliniken, Behinderten-Einrichtungen, Altenzentren und Reha-Einrichtungen. Sie beschäftigt insgesamt rund 4.500 Mitarbeiter und bietet in drei evangelischen Krankenhäusern rund 1.300 Betten.

Bundesweit arbeiteten die Krankenhäusern bei steigenden Patientenzahlen mit immer weniger Personal, hieß es. So seien in den vergangenen zehn Jahren rund 10.000 Arbeitsplätze aus deutschen Krankenhäusern verschwunden, davon 50.000 aus der Krankenpflege. 16.500 Ausbildungsplätze für Pflegeberufe seien abgebaut worden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0872/04.04.08)
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