Evangelischer Sportbeauftragter gegen Olympia-Boykott

Nachricht 25. März 2008

Hannover (epd). Der Sportbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Valentin Schmidt, hat sich gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in China ausgesprochen. "Die Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt, dass ein Boykott nie zu einer Veränderung der Menschenrechtssituation geführt hat", sagte Schmidt am Dienstag in einem Interview des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen (ekn).

Er neige eher dazu, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die sich durch den Dialog im Vorfeld solcher Großereignisse ergäben, sagte Schmidt weiter. Er begrüßte einen Vorschlag der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann. Sie hatte am Ostersonntag in einem epd-Gespräch angeregt, dass Ausländer durch das Tragen einer schwarzen Armbinde bei der Eröffnungsfeier Solidarität mit den Menschen zeigen könnten, deren Rechte in Tibet so grausam verletzt worden seien.

Schmidt sagte, es gebe unterschiedliche Möglichkeiten für Aktionen: "Man sollte das nicht im Vorfeld zerreden, dem Einfallsreichtum sind da keine Grenzen gesetzt." Bilder von Protestaktionen bei den Olympischen Spielen gingen um die Welt und erzeugten auch mit Sicherheit eine Wirkung, betonte er. Auch die Medien könnten durch ihre Berichterstattung erheblich zu einer Bewusstseinsveränderung beitragen.
Die Machthaber in China müssten einsehen, dass sie ohne eine Verletzung der Menschenrechte viel mehr erreichen könnten als mit Menschenrechtsverletzungen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0739/25.03.08)
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