Landessuperintendent Horch verurteilt Brandanschlag

Nachricht 24. März 2008

Stade/Rotenburg (epd). Der Stader Landessuperintendent Manfred Horch hat den Brandanschlag auf einen muslimischen Gebetsraum in Sittensen (Kr. Rotenburg/Wümme) scharf verurteilt. "Ich habe von dieser Brandstiftung mit Entsetzen Kenntnis genommen. Ich verurteile diese Gewalt gegen Gebetsstätten und gegen die unter uns lebenden Menschen muslimischen Glaubens aufs Schärfste", schreibt Horch am Ostersonntag in einer Stellungnahme. Bei dem Anschlag in der Nacht zu Sonnabend wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt. Die Polizei habe einen 18-jährigen Mann als Verdächtigen ermittelt.

Es sei ein Sachschaden in Höhe von 10.000 Euro entstanden, hieß es. An den Scheiben des Gebetsraum hätten die Ermittler Zettel mit rechtsgerichteten und islamfeindlichen Parolen gefunden.

Der leitende Theologe Horch schreibt weiter, dass in Deutschland jede Religion das Recht habe, den eigenen Glauben zu leben und Gebetsstätten zu errichten: "Die Christinnen und Christen im Sprengel Stade und anderswo stehen an der Seite der Menschen, die Angst vor Übergriffen haben. Wir setzen uns für das friedliche Miteinander ein und wollen freundlich auf die eingewanderten Menschen zugehen." In Deutschland müsse jeder zur Kenntnis nehmen, dass Muslime hier lebten. Zur Integration der Migranten und zum Dialog gebe es keine ernsthafte Alternative.

Der Anschlag sei kurz vor dem Osterfest verübt worden, an dem die Christen die Auferstehung von Jesus Christus feierten, sagte Horch. Mit der Auferstehung sei ein dringender Aufruf verbunden, auf eine neue Art zu leben. Sie beinhalte Liebe als aktive Fürsorge, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Vertrauen, Warmherzigkeit und menschlichen Anstand. Gewalt, Hass, Lieblosigkeit und Gleichgültigkeit seien dabei ausgeschlossen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0733/23.03.08)
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