Landesbischöfin führt Präsidium des neuen Frauenverbandes ein

Nachricht 12. März 2008

Hannover (epd). Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann hat am Mittwoch in Hannover das Präsidium des neuen Verbandes "Evangelische Frauen in Deutschland" in sein Amt eingeführt. Die Gründung des neuen Dachverbandes mit 42 Organisationen und rund drei Millionen Mitgliedern sei ein großer Schritt, sagte Käßmann in dem Gottesdienst in der Marktkirche. Der Verband war Anfang des Jahres aus dem Zusammenschluss der Evangelischen Frauenarbeit in Deutschland mit Sitz in Frankfurt/Main und der Evangelischen Frauenhilfe mit Sitz in Düsseldorf hervorgegangen.

Käßmann bezeichnete den Zusammenschluss als "mutig und konstruktiv". Zu den gemeinsamen Grundanliegen gehöre es, für Frauenrechte einzutreten sowie in Kirche und Gesellschaft Gerechtigkeit für Frauen einzufordern und umzusetzen und vor allem haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen fortzubilden und zu stärken. In der Kirche sei in den vergangenen Jahrzehnten viel für Frauen erreicht worden, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland.

Die Mehrheit der kirchlichen Arbeitnehmer sei inzwischen weiblich. Allerdings stellten die Frauen auch die Mehrheit bei den am schlechtesten bezahlten Arbeitsstellen. In vielen der weltweiten Partnerkirchen kämpften die Frauen noch um ihre Rechte und gegen Herabsetzung und Genitalverstümmelung. Der neue Verband habe die Aufgabe, für Recht und Gerechtigkeit einzutreten, sagte Käßmann: "Damit jede Frau spüren mag, auch in mir glänzt die Würde, die Gott allen Menschen schenkt."

Zur neuen Vorsitzenden des Bundesverbandes wurde die 54-jährige evangelische Theologin und Germanistin Brunhilde Raiser gewählt, teilte der Verband mit. Sie ist seit vier Jahren Vorsitzende des Deutschen Frauenrats. Stellvertreterin wurde die Leiterin des nordelbischen Frauenwerks, Pastorin Kerstin Möller (43). Hauptamtlich wird der Verband von der promovierten Religionswissenschaftlerin und Anglistin Beate Blatz (51) aus Hannover geleitet.

Weitere Mitglieder im Präsidium sind die Pädagogin Miriam Aumeier, die Religionswissenschaftlerin Antje Büsing, die Pädagogin Ilona Helena Eisner, die Germanistin und Historikerin Marliese Walz, die Pfarrerin Angelika Weigt-Blätgen, die Pfarrerin und Historikerin Sabine Zoske und die Oberin Petra Zulauf. Als Vorsitzende des Gründungspräsidiums wurde die Naturwissenschaftlerin und Pädagogin Josefine Hallmann aus Hannover geehrt. Sie sei die entscheidende Kraft in der Aufbauphase des neuen Verbandes gewesen, hieß es.

Internet: www.evangelischefrauen-deutschland.de

(epd Niedersachsen-Bremen/e0655/12.03.08)
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