Berater warnt vor Suchtgefahr durch Online-Spiele

Nachricht 04. März 2008

Osnabrück/Hannover (epd). Der Online-Suchtberater Dirk Litzberski-Otten warnt vor Suchtgefahr durch Computer-Rollenspiele im Internet. Spiele wie "World of Warcraft", bei denen mehrere Spieler vernetzt gegeneinander antreten, bergen nach seinen Angaben ein Risiko. Rund 20 Prozent der Teilnehmer seien von ihrem Verhalten her als süchtig anzusehen, sagte der Berater des Diakonie-Verbundes Osnabrück/Emsland in einem Interview, das der Evangelische Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) zum Start der Computermesse CeBIT am Dienstag in Hannover geführt hat.

Vor allem jüngere Menschen in der Pubertät ließen sich von den Angeboten im Internet ansprechen, erläuterte Litzberski-Otten. Innerhalb der Rollenspiele etwa sei das Leben viel durchschaubarer als in der Realität. Ein Anzeichen für eine Online-Sucht sei zum Beispiel, dass für die Betroffenen Beziehungen immer unwichtiger würden: "So etwas wie Essenszeiten in der Familie sind nur noch lästige Pflichten und möglichst werden die ganz ausgelassen."

Er warnte zugleich davor, in solchen Fällen den Stecker des PC zu ziehen und einen "kalten Entzug" zu machen. Dadurch könne es zu schweren Auffälligkeiten, aggressiven Ausbrüchen und sogar zu Gewalttätigkeiten kommen. Den Betroffenen werde vielmehr geraten, die Zeiten vor dem Rechner zu reduzieren. Auch die Kommunikation in Chats, die Online-Sexsucht und Glücksspiele spielten eine Rolle bei den Online-Süchten. Die Beratung über das Internet sei zunächst ein Einstieg, um die Betroffenen überhaupt zu erreichen.

Seit mehr als einem halben Jahr arbeitet die Diakonie Osnabrück-Emsland mit dem Jugendportal "OS-Community" bei der Suchtberatung im Internet zusammen. Erreicht werden dabei den Angaben zufolge vor allem die bis zu 30-Jährigen.

Internet: www.suchtberatungsstelle.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b0567/04.03.08)
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