Betreiber von "Babyklappen" wollen Standards festlegen

Nachricht 19. Februar 2008

Hannover (epd). Die vier Betreiber von "Babyklappen" in Niedersachsen wollen sich künftig regelmäßig über ihre Erfahrungen austauschen. Sie einigten sich am Montag in Hannover darauf, gemeinsame Qualitätsstandards festzulegen, teilte Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann (CDU) mit. So könnten die Hinweise zum Bedienen der "Babyklappen" an allen vier Standorten künftig durch einfache Piktogramme bildlich vermittelt werden.

"Zwölf bislang in Niedersachsen gerettete Kinder beweisen, dass man die Babyklappen auch in Zukunft braucht, um im Extremfall Leben zu retten", sagte die Ministerin. "Babyklappen" werden unterhalten im evangelischen Marienstift in Braunschweig sowie vom Sozialdienst katholischer Frauen in Nordhorn und im Kinderheim St. Johann in Osnabrück. In Hannover betreibt das "Netzwerk Mirjam" ein "Babykörbchen" im evangelischen Krankenhaus Friederikenstift. Die Betreiber wollen sich Mitte April erneut treffen.

Die Diskussion war durch einen toten Säugling ausgelöst worden, der am 2. Januar erfroren vor dem "Babykörbchen" in Hannover gefunden wurde. Ob das Kind bereits tot abgelegt wurde oder erst vor der Klinik starb, ist noch offen. Unklar ist auch, ob die Mutter versucht hat, die Klappe zum Babykörbchen zu öffnen, und ob diese sich den Hinweisen entsprechend bedienen ließ. Hannovers Sozialdezernent Thomas Walter (CDU) hatte die Ministerin aufgefordert, bei den Gesprächen die Rechtsgrundlage und die Qualitätssicherung der "Babyklappen" zu erörtern.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0434/18.02.08)
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