Braunschweigische Kirche betont Eigenständigkeit

Nachricht 16. Februar 2008

Goslar (epd). Der wiedergewählte Präsident der braunschweigischen Landessynode, der Jurist Gerhard Eckels, lehnt einen Zusammenschluss mit anderen evangelischen Landeskirchen ab. An der Eigenständigkeit der Landeskirche Braunschweig dürfe nicht gerüttelt werden, sagte Eckels während der konstituierenden Sitzung der Landessynode am Wochenende in Goslar. Der Druck zu weiterer Kooperation vor allem innerhalb der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen werde allerdings stärker werden.

Eckels geht davon aus, dass rückläufige Mitgliederzahlen die Landeskirche zu Verwaltungsvereinfachungen und zu einer Neuordnung der Propsteien zwingen werden. Die ebenfalls wiedergewählte Vizepräsidentin der Synode, Pfarrerin Ute Ermerling, wies darauf hin, dass die Synode in ihrer Amtszeit eine Menge Wahlen zu vollziehen habe, eingeschlossen einer möglichen Bischofswahl. Denn im letzten Jahr der sechsjährigen Legislaturperiode erreiche Landesbischof Friedrich Weber das 65. Lebensjahr.

Der Landesbischof und sein Stellvertreter, Oberlandeskirchenrat Peter Kollmar, kündigten eine Neubestimmung des evangelischen Bildungsauftrages für die Landeskirche an. Anlass ist eine Initiative in Salzgitter zur Gründung einer evangelischen Grundschule. Nach Angaben Webers sind mit der Landesregierung bis zu sechs Schulen in evangelischer Trägerschaft in Niedersachsen vereinbart. Eine davon stünde der braunschweigischen Landeskirche zu.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche, Gudrun Hermann (61), legte den Abschlussbericht über ihre acht Jahre lange Arbeit auf dieser Teilzeitstelle vor. Auch, wenn sie jetzt in den Ruhestand gehe und die Landeskirche die Stelle nicht wiederbesetze, sei das Thema Gleichstellung keineswegs erledigt, sagte Hermann. Es gebe bereits wieder negative Entwicklungen.

Hermanns Bericht zufolge steigt der Anteil der Frauen im Pfarramt stetig. Er lag 2007 bei 26,9 Prozent. In den Kirchenvorständen liege der Frauenanteil bei über 50 Prozent. In der Landessynode sei der Anteil dagegen erstmals gesunken, von 38 auf rund 30 Prozent. Bei den Kirchenbeamten und den Angestellten in oberen Gehaltsgruppen stagniere der Frauenanteil oder sei leicht rückläufig. In den unteren Gehaltsgruppen, in denen überwiegend Frauen tätig seien, habe die Kirche überproportional Stellen gekürzt, kritisierte Hermann.

Landesbischof Weber appellierte an die braunschweigische Landessynode, eine Entscheidung über die Neuordnung der evangelischen Printpublizistik zu treffen. Die Frage müsse dringlich behandelt werden. Klar sei das "Aus" für die Wochenzeitung "Evangelische Zeitung". Die oldenburgische und die hannoversche Landessynode hätten sich gegen die Fortführung der Zeitung ausgesprochen, die in den drei Landeskirchen erscheint. Braunschweig hatte sich für die Kirchenzeitung eingesetzt. Dieser Beschluss muss, wie Weber ausführte, nun korrigiert werden.

Der braunschweigische Landesbischof ist Vorsitzender des Rates der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Eine "Clearing-Gruppe" hat inzwischen ein Konzept für ein Magazin mit dem Titel "Evangelisch in Niedersachsen" vorgelegt, das alle zwei Monate in den Kirchen der Konföderation erscheinen soll. Zur Vorbereitung einer Entscheidung setzte die Landessynode einen Publizistik-Ausschuss ein. In der braunschweigischen Landessynode vertreten 54 Synodale rund 400.000 Kirchenmitglieder aus mehr als 400 Gemeinden in 13 Propsteien der Landeskirche.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0427/16.02.08)
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