Auf einen Blick (13.2.): Forschung Stammzellen / Weber Honorarprofessor / Männerarbeit Väter / Valentinstag Hilfswerk

Nachricht 13. Februar 2008

Frauenverband gegen Aufweichung des Embryonenschutzes

Hannover (epd). Einen Tag vor der Bundestagsdebatte über das Stammzellgesetz hat der Dachverband "Evangelische Frauen in Deutschland"
vor einer Aufweichung des Embryonenschutzes gewarnt. Der Zusammenschluss von 46 Frauenorganisationen appellierte am Mittwoch in Hannover an die Bundestagsabgeordneten, am bisherigen Stichtag für die Stammzelleinfuhr festzuhalten. Der Kompromiss des Stammzellgesetzes von 2002 ermögliche die Grundlagenforschung im Bereich der embryonalen Stammzellforschung.

Zurzeit dürfen deutsche Forscher nur an Stammzelllinien aus menschlichen embryonalen Stammzellen forschen, die vor dem 1. Januar
2002 gewonnen und importiert wurden. Im Bundestag gibt es Bestrebungen, diesen Stichtag auf den 1. Mai 2007 zu verlegen. Eine einmalige Stichtagsverschiebung wird auch von der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), dem EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber, Landesbischof Jochen Bohl, sowie Kirchenpräsident Peter Steinacker befürwortet. Hingegen lehnen die katholische Kirche und einige evangelische Landesbischöfe diese Position ab.

Die Forschung mit den ethisch unbedenklichen adulten Stammzellen habe sich als erfolgversprechender erwiesen, argumentierte die Vorsitzende des Frauenverbandes, Josefine Hallmann. Sie scheine die "Heilversprechen" der Forscher eher zu erfüllen. Die Embryonenforschung habe nicht zu den in Aussicht gestellten Erfolgen geführt.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0384/13.02.08)
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Landesbischof Weber zum Honorarprofessor bestellt

Braunschweig (epd). Der evangelische Landesbischof Friedrich Weber ist von der Technischen Universität Braunschweig zum Honorarprofessor bestellt worden. Das Präsidium der TU habe einstimmig dem Vorschlag der Fakultät für Geistes- und Erziehungswissenschaften zugestimmt, teilte die Universität mit. Zuvor habe auch der Senat die Ernennung unterstützt.

Seit sieben Semestern hält Weber den Angaben zufolge bereits als Lehrbeauftragter für das Fach Kirchengeschichte am Seminar für Evangelische Theologie und Religionspädagogik Seminare. Er halte Seminare zu Martin Luther, Ludwig Harms, Philipp Jakob Spener, zum Pietismus und zur Geschichte der Frauenordination. Darüber hinaus habe er fast 100 Schriften zu Themen der Kirchengeschichte, der Systematischen Theologie und der Praktischen Theologie publiziert. Im Sommersemester wird in einer öffentlichen "Antrittsvorlesung" dem braunschweigischen Landesbischof die Urkunde überreicht.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0382/13.02.08)
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Kirchliche Männerarbeit will Väter stärken

Hannover (epd). Die Rolle des Vaters in der Erziehung steht im Mittelpunkt einer Fachtagung, die von der Männerarbeit der hannoverschen Landeskirche in Hannover organisiert wird. "Familie, Kinder und die Partnerschaft spielen eine immer wichtigere Rolle in der männlichen Identität", sagte am Mittwoch der Leiter der Männerarbeit, Jens-Peter Kruse. Ein Indiz sei die steigende Zahl von Männern, die eine Elternzeit in Anspruch nähmen. Mit der Tagung wolle die Kirche Väter dazu anregen, aktiv in die Erziehung einzugreifen.

Präsente Väter seien wichtig, weil Jungen an ihrem Vorbild beispielsweise lernten, wie sie konstruktiv mit Aggressionen umgehen könnten, betonte Kruse. Für Mädchen sei die Anerkennung des Vaters bedeutsam, damit sie eine stabile Identität als Frau entwickeln könnten. "Väter sind gefragt, nicht nur zur Unterstützung der berufstätigen Mütter, sondern um der Kinder und ihrer Entwicklung willen", bekräftigte Kruse.

Die Fachtagung steht unter dem Motto "Die Vaterrolle stärken". Sie ist am 27. Mai im hannoverschen "Haus kirchlicher Dienste" geplant.
Hauptreferent ist der Psychologe und Männerforscher Holger Brandes. Der Wissenschaftler ist Professor an der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden und Autor der Studie "Der männliche Habitus".
Weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer 0511/1241-410.

Internet: www.haus-kirchlicher-dienste.de

(epd Niedersachsen-Bremen/b0380/13.02.08)
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Hilfswerk weist auf Ausbeutung auf Blumenfarmen hin

Osnabrück (epd). Zum Valentinstag hat das Kinderhilfswerk "terre des hommes" auf die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen auf Blumenfarmen in Afrika und Lateinamerika hingewiesen. Insbesondere Frauen müssten oft für Hungerlöhne arbeiten und seien vielfach ungeschützt giftigen Pestiziden ausgesetzt, erklärte Experte Michael Heuer am Mittwoch in Osnabrück. "terre des hommes" rufe deshalb die Verbraucher in Deutschland erneut dazu auf, zum Valentinstag am Donnerstag gezielt Blumen aus fairem Handel zu kaufen.

In mehr als 1.000 Floristikgeschäften und einigen Supermarktketten gehörten Blumen mit dem "Flower-Label" oder dem "TransFair"- Siegel bereits zum Angebot. Deutschland sei eines der wichtigsten Importländer für Schnittblumen, betonte Heuer. Farmen, deren Produkte solche Siegel trügen, verpflichteten sich unter anderem zu existenzsichernden Löhnen, Sozialleistungen und Gesundheitsmaßnahmen. Der Kauf fair gehandelter Blumen helfe auch, dem zunehmenden Lohndumping in den Produktionsländern sowie der Umweltzerstörung entgegenzuwirken.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0385/13.02.08)
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