Landessuperintendent fordert basisorientierte Ökumene

Nachricht 13. Februar 2008

Osnabrück (epd). Der Osnabrücker evangelische Landessuperintendent Burghard Krause hat eine basisorientierte Ökumene gefordert. "An der Basis gibt es eine große Offenheit, Glauben und gemeinsames christliches Leben zu teilen", sagte Krause am Mittwoch in einem epd-Gespräch. Dazu könne auch der Katholikentag vom 21. bis 25. Mai in Osnabrück einen Beitrag leisten. Er werde mehr als alle vorherigen von der Ökumene geprägt sein.

Die "gesunde Konkurrenz" zwischen Katholiken und Protestanten spiele seit dem Westfälischen Frieden 1648 ein große Rolle in Osnabrück. Der Anteil beider Konfessionen sei annähernd gleich groß. Der Beitrag der Protestanten zum Katholikentag werde sich nicht in praktischer Hilfe erschöpfen, die etwa darin bestehe, Gemeindehäuser und Kirchen für Veranstaltungen zu öffnen.

Vertreter der evangelischen Kirchen sind nach Angaben Krauses in allen Arbeitsgruppen des Katholikentags präsent. Mehrere evangelische Bischöfe gestalteten Gottesdienste und Diskussionen mit. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann übernehme die liturgische Leitung für den zentralen ökumenischen Gottesdienst. Im Ökumenezentrum werde es unter anderem um das Sakrament der Taufe gehen. Auch würden kontroverse Themen wie Eucharistiegemeinschaft und das kirchliche Amt nicht ausgespart.

"Allerdings werden wir die Reizthemen nicht in den Vordergrund rücken", sagte der Landessuperintendent. Die christlichen Kirchen hätten eine gemeinsame missionarische Verantwortung, der sie bei aller Unterschiedlichkeit in den Lehrmeinungen gerecht werden müssten. Er plädiere dafür, die Gegensätze nicht zu verwischen und auch an deren Überwindung zu arbeiten: "Die Tischgemeinschaft ist nach wie vor eine zu erhoffende Sache."

Mindestens ebenso wichtig sei jedoch der Austausch der spirituellen Schätze. Beide Kirchen müssten sich um eine einladende Ökumene bemühen, die sich am Leben der Menschen und an deren Sehnsucht nach Spiritualität orientiere: "Wir sollten alle unsere Fensterläden weit auf machen, damit das Licht ausstrahlt und Menschen anzieht", betonte Krause: "Und wir sollten nicht neidvoll gucken, wenn sich jemand angezogen fühlt vom Licht des anderen."

Diese Einschätzung verbinde ihn mit dem gastgebenden katholischen Bischof Franz-Josef Bode. Seit seinem Amtsantritt im September vergangenen Jahres habe es bereits mehrere Begegnungen und auch ein längeres Vier-Augen-Gespräch gegeben, sagte Krause, der zuvor Landessuperintendent in Göttingen gewesen war: "Ich habe das Gefühl, zwischen uns entwickelt sich eine konstruktive, vertrauensvoll wachsende Beziehung."

(epd Niedersachsen-Bremen/b0367/13.02.08)
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