Arbeitslosen-Initiativen gründen landesweites Netzwerk

Nachricht 12. Februar 2008

Celle (epd). Erstmals haben sich in Niedersachsen Selbsthilfeeinrichtungen und Beratungsstellen für Erwerbslose zu einem Netzwerk zusammengeschlossen. Ziel sei es, gemeinsam eine Lobby zu bilden, sagte der Leiter des Diakonischen Werkes in Celle, Horst-Peter Ludwigs, am Montag dem epd. Dazu hätten rund 40 Vertreter von 26 Initiativen Ende vergangener Woche in Celle das "Bündnis Arbeitssuchender Niedersachsen" (BAN) gegründet.

Bei weiteren Treffen werde es unter anderem um die Auswirkung von Arbeitslosigkeit auf Kinder und um die Probleme Erwerbsloser mit den Behörden gehen, kündigte Ludwigs an. Zu den Forderungen des Bündnisses aus Selbsthilfegruppen, gewerkschaftlichen Initiativen und der Diakoniesozialarbeit gehörten kostenfreies Schulessen und Lernmaterialien sowie eine Abschaffung von Studiengebühren für die Kinder Erwerbsloser. Landkreise und Städte würden aufgefordert, Armuts- und Reichtumsberichte zu erstellen und einen kostenlosen Sozialpass einzuführen.

"Leider zeigt sich in unserer Gesellschaft, dass gerade von Menschen, denen es materiell gut geht und von Menschen, die politische Verantwortung tragen, Vorurteile und Diskriminierungen gegenüber Erwerbslosen geäußert werden", sagte Ludwigs, der dem Sprecherrat des Bündnisses angehört. So kämen aus der Sicht der Betroffenen die Behörden ihrer Beratungspflicht für Arbeitslose nicht ausreichend nach. In der Gesellschaft gebe es einen eklatanten Mangel an sozialem Mitgefühl, sagte Ludwigs weiter: "Viele nehmen nur noch ihre eigene Lebenswelt wahr."

Nähere Informationen gibt Horst-Peter Ludwigs unter Email hpludwigs@hotmail.com

(epd Niedersachsen-Bremen/b0370/11.02.08)
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