Kirchen zur Berlinale: Auf die Filmkunst kommt es an

Nachricht 10. Februar 2008

Ökumenischer Empfang: Digitalisierung fordert Kinos heraus

Berlin (idea). Für die kirchliche Filmarbeit bleibt das künstlerische Potential entscheidend. Das betont der EKD-Ratsvorsitzende, Bischof Wolfgang Huber (Berlin), aus Anlass des ökumenischen Empfangs während der Filmfestspiele „Berlinale“, die bis 17. Februar in der deutschen Hauptstadt stattfinden. Die Kirche halte an der Suche nach Filmen fest, „die dem Leiden und der Hoffnung Gestalt geben, an die menschliche Verantwortung erinnern und eine Perspektive jenseits der Tagesaktualität eröffnen“, so Huber.

Wie aus einer Mitteilung der EKD weiter hervorgeht, wertet er den neu gestalteten ökumenischen Empfang, der am 10. Februar im Haus der EKD am Gendarmenmarkt stattfindet, als kulturpolitisches Signal für den Rang des Films aus kirchlicher Sicht. Erstmals laden die EKD und die katholische Deutsche Bischofskonferenz zu diesem Ereignis ein, gemeinsam mit dem Erzbistum Berlin und der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die bisher die Veranstalter waren.


Kinobranche muss sich anstrengen

Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst (Stuttgart), unterstreicht mit Blick auf die Novellierung des Filmförderungsgesetzes die Notwendigkeit einer verstärkten Unterstützung der Kinos. Sie stünden durch die Digitalisierung der Filmprojektion und neue technische Verbreitungsmöglichkeiten für Filme vor einer großen Herausforderung. Als Orte des Gemeinschaftserlebnisses und der optimalen Präsentation von Filmen blieben sie unersetzlich.

Für die Attraktivität des Kinos seien aber auch die künstlerischen Impulse entscheidend. Fürst befürwortet deshalb auch eine bessere Förderung der kreativen Urheber eines Films. Der Fortbestand des Kinos hänge aber ebenso von den Anstrengungen der Kinobranche bei der Entwicklung neuer Konzepte ab. Ähnlich äußert sich der Staatsminister der Bundesregierung für Kultur und Medien, Bernd Neumann (CDU). Die Belastungen durch die Digitalisierung könnten nur durch gemeinsame Investitionen der Kinobranche selbst geschultert werden. Eine öffentliche Unterstützung sei nur in Abstimmung von Bund, Ländern und Kommunen vorstellbar.

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