Landesbischöfin: Stiftungen sind Herzstück der Zivilgesellschaft

Nachricht 09. Februar 2008

Hannover (epd). Stiftungen sind nach Ansicht der hannoverschen Landesbischöfin Margot Käßmann ein Herzstück der Zivilgesellschaft. "Wir wissen längst, dass ein solidarisches Zusammenleben in diesem Land nicht allein durch staatliche Leistungen gewährleistet werden kann", sagte Käßmann am Freitag in ihrer Festrede zum zehnjährigen Bestehen der "Bürgerstiftung Hannover". Das freiwillige Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sei unverzichtbar.

Bei Stiftungen gehe es auch um einen Mentalitätswandel, sagte die Bischöfin der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland ihrem vorab verbreiteten Manuskript zufolge. Gegen den Geiz werde freigiebig Geld zur Verfügung gestellt für andere: "Das tut unserer Gesellschaft gut als eine Art Gegenkultur gegen all das Raffen und Haben-Müssen, das Starren auf Börsenkurse und Aktienwerte." Wer stifte, gebe auch Freiheit.

Jemandem etwas zu schenken, sei nicht nur ein Abgeben, sondern immer auch ein Empfangen. "Es ist manchmal wesentlich schwerer, Hilfe und Zuwendung anzunehmen, weil das oft mit Scham verbunden, mit dem Wissen, ich bin auf andere angewiesen und muss dankbar sein", sagte Käßmann weiter. Wer geben könne, sei gesegnet.

Die Bürgerstiftung Hannover wurde vor zehn Jahren gegründet. Sie fördert nach eigenen Angaben unter dem Leitmotiv "Integration" Projekte, die sozialen und kulturellen Ausgrenzungen entgegenwirken sollen. Ziel sei es, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben und besonders Selbstvertrauen und Zukunftshoffnung bei jungen Menschen zu unterstützen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0352/08.02.08)
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