Diakonie sieht positive Nachwirkungen ihrer Fastenaktion

Nachricht 06. Februar 2008

Hannover/Lüneburg (epd). Ein Jahr nach der Fastenaktion "Sieben Wochen leben mit Hartz IV" zieht die Diakonie in Niedersachsen eine positive Bilanz der Auswirkungen. "Das Thema Armut hat in Politik und Öffentlichkeit einen höheren Stellenwert bekommen und wird intensiver und auch sensibler diskutiert", sagte der Direktor des Diakonischen Werkes in der hannoverschen Landeskirche, Manfred Schwetje, am Dienstag. Dazu habe auch die Aktion beigetragen. Im vergangenen Jahr hatten 450 Personen in 220 Haushalten aus ganz Niedersachsen in der Zeit vor Ostern sieben Wochen lang freiwillig auf Hartz-IV-Niveau gelebt.

Ziel war es, Menschen für das Thema Armut zu sensibilisieren, Vorurteile abzubauen und Verständnis für die Lebenssituation der Betroffenen zu wecken. Die Aktion hatte bundesweit für ein großes Medienecho gesorgt. Seitdem habe die Diakonie bei der Armutsbekämpfung konkrete Projekte entwickelt, sagte Bereichsleiter Martin Fischer. Dazu gehöre die Zusammenarbeit mit dem Energieversorger e.on, durch die Menschen in sozialer Not einen ermäßigten Strompreis erhielten.

Sozialarbeiter der Diakonie aus dem Kirchensprengel Lüneburg hätten in einer Petition an den niedersächsischen Landtag Beihilfen für die Schulausstattung der Kinder von Hartz-IV-Empfängern gefordert, nannte Fischer ein weiteres Beispiel. Zurzeit würden Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden geschult, um von Armut betroffene Familien bei der Organisation ihres Haushaltes zu unterstützen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0330/05.02.08)
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