Auf einen Blick: Fastenaktion / Publizistisches Forum / Verwaiste Eltern

Nachricht 29. Januar 2008

Landessuperintendent Klahr ruft zu Fastenaktion auf

Aurich (epd). Landessuperintendent Detlef Klahr hat die Menschen im evangelisch-lutherischen Sprengel Ostfriesland aufgerufen, sich an der Fastenaktion der Kirchen zu beteiligen. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Verschwendung - sieben Wochen ohne Geiz", sagte der Theologe am Freitag in Aurich dem epd. Die Fastenzeit beginnt am 6. Februar mit dem Aschermittwoch und dauert bis Ostern.

"Fasten ist mehr als abspecken", sagte Klahr. Viele Menschen verzichteten bereits seit Jahren in den 40 Tagen vor Ostern auf Fleisch, Alkohol oder Süßigkeiten. Der bewusste Verzicht auf Selbstverständliches mache den Geist frei für Gefühle, Gedanken und Gott. Jesus habe 40 Tage lang in der Wüste gefastet, um sich noch mehr auf Gott konzentrieren zu können. Dem Fasten-Motto folgend wolle er verschwenderisch mit seiner Zeit umgehen, kündigte Klahr an. Der Alltag sei stets gefüllt mit Terminen. Viele Menschen hätten das Gefühl, keine Zeit zu haben: "Dabei muss man sich einfach die Zeit nehmen." Er wolle Briefe schreiben, alte Freunde anrufen und Menschen besuchen, bei denen er schon zu lange nicht mehr gewesen sei. "So kann fasten richtig glücklich machen", sagte der Theologe.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0227/25.01.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen


++++ +++ ++ +

Stade: Kirche gründet "Publizistisches Forum"

Stade (epd). Im evangelisch-lutherischen Sprengel Stade ist im Umfeld von Landessuperintendent Manfred Horch ein "Publizistisches Forum" gegründet worden. Der Kreis habe die Aufgabe, den Landessuperintendenten thematisch zu begleiten, sagte der Vorsitzende Pas-tor Wilfried Behr aus Hemmoor am Donnerstag dem epd. Ein zweiter Schwerpunkt bestehe in der Begleitung kirchlicher Medien im Elbe-Weser-Raum. Zu den Mitgliedern gehören Vertreter aus Gemeinden, Werken und Einrichtungen der Kirche sowie Fachleute aus der Publizistik.

Das Forum folgt auf einen Beirat, der über Jahre als Einrichtung des Lutherischen Verlagshauses Hannover regional die "Evangelische Zeitung" (EZ), den "Evangelischen Pressedienst" (epd) und den "Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen" (ekn) begleitet hatte. Der Beirat hatte sich im April vergangenen Jahres aufgelöst, nachdem absehbar war, dass die EZ eingestellt werden soll. Dies hat die Synode der hannoverschen Landeskirche im November auch beschlossen.

Die seit mehr als 60 Jahren erscheinende Zeitung soll möglichst nahtlos von einem Magazin abgelöst werden, das den Titel "Evangelisch in Niedersachsen" trägt. Die neue Publikation ist den Angaben zufolge als "Zeitschrift für Religion und Kirche" geplant und soll zunächst zweimonatlich gedruckt werden. Die EZ, die in den Landeskirchen von Braunschweig, Hannover und Oldenburg erscheint, leidet seit vielen Jahren an einer sinkenden Auflage. Ende der 1950er Jahre betrug sie noch 70.000 Exemplare, zurzeit sind es nach Angaben der Zeitung etwa 24.000.

"Inhaltlich wollen wir das Jahresthema des Landessuperintendenten publizistisch begleiten", erläuterte Behr. Nachdem Horch im vergangenen Jahr einen Schwerpunkt in der Familienpolitik gesetzt hat, stehen für die kommenden Monate mehrere Themen zur Diskussion. Darunter sind die Bestattungskultur, Pflege und Betreuung sowie soziale Gerechtigkeit. Das Forum trifft sich am 8. Februar zu seiner ersten Arbeitssitzung im Amtssitz von Landessuperintendent Horch in Stade.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen


++++ +++ ++ +

Ökumenischer Trauergottesdienst für verwaiste Eltern

Aurich (epd). Zum fünften Mal wird in der Auricher Lamberti-Kirche in einem ökumenischen Gedenkgottesdienst für ganz Ostfriesland verstorbener Kinder gedacht. Unter dem Motto "Trost empfangen" seien alle trauernden Eltern, Geschwister, Verwandte und Bekannte eingeladen, sagte die Sprecherin der evangelisch-reformierten Kirchengemeinden in Ostfriesland, Präses Hilke Klüver, am Donnerstag vor Journalisten in Aurich. Der Gottesdienst am 17. Februar um 15 Uhr wird vom Ostfriesischen Kammerorchester begleitet.

Der Verlust eines Kindes sei besonders schwer zu verkraften, sagte die Trauerbegleiterin Erna Campen von der Evangelischen Erwachsenenbildung in Aurich. Wenn Erwachsene oder Eltern stürben, sei das der "normale Weg der Dinge". Ein verlorenes Kind aber begleite die Eltern in Gedanken ein Leben lang. Darum seien auch Trauernde eingeladen, die ihr Kind im Erwachsenenalter verloren haben. Auch für viele ältere Frauen, die ihre Kinder überlebt hätten, sei der Gottesdienst eine Möglichkeit zur Trauer.

Die trauernde Mutter Jana Siebert berichtete, für sie sei es wichtig gewesen zu erfahren, dass auch andere Eltern ihr Kind verloren hätten. Darum messe sie dem Gottesdienst eine große Bedeutung zu. Siebert verlor vor einigen Jahren ihre siebeneinhalb Monate alte Tochter durch plötzlichen Kindstod. Im Gedanken sei das Kind immer dabei, sagte sie: "Oft überlege ich, wie sie jetzt wohl aussähe."

Der evangelisch-lutherische Landessuperintendent des Sprengels Ostfriesland, Detlef Klahr, betonte die Notwendigkeit zu trauern. Eine Verdrängung des Schmerzes schade der Seele. "Eine aufbrechende Trauer ist heilsam", sagte er. Sie sei eine Form der Erinnerung und höre darum nie auf. So blieben die Gestorbenen Teil des Lebens.

Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen