Landessuperintendent für ein Netzwerk für Familien

Nachricht 23. Januar 2008

Lüneburg (epd). Der Lüneburger evangelische Landessuperintendent Hans-Hermann Jantzen will sich dafür einsetzen, dass Familien besser unterstützt werden. Die Schreckensnachrichten der jüngeren Zeit über vernachlässigte und getötete Kinder machten deutlich, dass sich manche Eltern überfordert fühlten, sagte er am Dienstag im epd-Gespräch: "Wir müssen ein enges Netz knüpfen, damit Familien nicht allein gelassen sind."

Jantzen plädierte dafür, dass Kirchengemeinden Kontakte zu Schulen knüpfen. Der Landessuperintendent des größten Kirchensprengels in der hannoverschen Landeskirche will in diesem Jahr Bildung und Bildungsgerechtigkeit zu seinen Schwerpunktthemen machen und Projekte in der Region besuchen. In Salzhausen bei Lüneburg engagiere sich die Kirche zum Beispiel in der schulischen Jugendarbeit, sagte er: "Grundsätzlich sollte uns nicht egal sein, wer an Ganztagsschulen Angebote macht."

Die Hilfe der Kirchen könne bis zu Schulkostenfonds reichen, die bedürftige Kinder bei der Bezahlung von Büchern, Lernmitteln oder des Schulessens unterstützen, erläuterte Jantzen. Auch dafür gebe es bereits Beispiele wie einen Bildungsfonds der Diakonie in Uelzen. Menschen aus den Gemeinden könnten aber auch Lernpatenschaften übernehmen und etwa bei Schularbeiten helfen.

Generell müsse aber der Staat für eine gute schulische Versorgung aller Kinder sorgen, betonte der Landessuperintendent. Dort, wo die Kirche wie in Wolfsburg im Sprengel Lüneburg Schulen in eigene Trägerschaft übernommen habe, könne sie versuchen, positive Beispiele zu setzen.

Die Kirche engagiere sich im Sprengel Lüneburg unter anderem mit ihren 105 Kindertageseinrichtungen in der Region, sagte Jantzen. Dort falle es schnell auf, wenn Kinder zum Beispiel morgens ohne Frühstück kämen, oder Eltern die Gebühren nicht bezahlen könnten. Wichtig sei es, dass die Einrichtungen, Schulen, Gemeinden oder Behörden Vertrauen schafften. Dann könnten Eltern Hilfe annehmen und würden diese nicht als Kontrolle missverstehen.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0193/22.01.08)
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