Kirche und Gewerkschaft starten Bündnis gegen Rechts

Nachricht 22. Januar 2008

Northeim (epd). Auf Initiative des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Kirchen hat sich in Northeim ein Bündnis gegen den Rechtsextremismus gegründet. Es werde mittlerweile von rund 30 Verbänden, Gewerkschaften, Parteien und Einzelpersonen unterstützt, sagte am Dienstag eine Sprecherin. Das Bündnis wolle erreichen, das Northeim als weltoffene und bunte Stadt wahrgenommen werde. Rechtsradikale Kräfte sollten in der Stadt keine Chance haben.

In Northeim ist seit Jahren eine neonazistische "Kameradschaft" aktiv. Sie war von dem mehrfach vorbestraften Rechtsextremisten Thorsten Heise gegründet worden, der lange Zeit selbst in der Stadt lebte.

Die erste öffentliche Aktion des Bündnisses ist an diesem Donnerstag, dem 24. Januar, ein "Lichtermarsch gegen das Vergessen". Er führt von den kürzlich verlegten "Stolpersteinen" zum jüdischen Denkmal und zur evangelischen Innenstadtkirche St. Sixti. Dort will Superintendent Heinz Behrends zu den Teilnehmern sprechen.

Bei den Landtagswahlen an diesem Sonntag kandidiert im Wahlkreis Northeim der "Liedermacher" Michael Müller für die NPD. Er gilt dem Verfassungsschutz zufolge als einer der "beliebtesten Interpreten" der Neonazi-Szene. Einige seiner Liedtexte wurden wegen volksverhetzenden Inhaltes verboten.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0192/22.01.08)
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