Kritik an Scientology-Video von Tom Cruise

Nachricht 22. Januar 2008

Hannover/Hamburg (epd). Die Hamburger Scientology-Kritikerin Ursula Caberta hält den Schauspieler Tom Cruise für eines "der herausragenden Aushängeschilder" des Psychokonzerns. Er sei nicht nur zufällig bei Scientology, sagte sie am Montag im einem Interview des Evangelischen Kirchenfunks Niedersachsen (ekn): "Er tut seinen Job für Scientology." Cruise war wegen eines Videos in die Kritik geraten, das vor kurzem im Internet auftauchte. Darin schwört der Schauspieler eine Menschenmenge auf Scientology ein.

Der Historiker und ZDF-Journalist Guido Knopp hatte Cruise deswegen mit dem NS-Propagandaminister Joseph Goebbels (1897-1945) verglichen. Caberta bezeichnete die Aufnahme als internes Video für Scientologen, mit dem Cruise deutlich mache, das er dazu gehöre. Obwohl die Organisation sich als "Kirche" bezeichne, habe sie mit Religion nichts zu tun: "Die Religionsnebelkerze ist nichts weiter als eine Verschleierung, um zu verstecken, welche Zielrichtung wirklich dahintersteckt", sagte sie. Caberta leitet die Arbeitsgruppe Scientology der Hamburger Innenbehörde.

Auch der evangelische Sektenbeauftragte von Berlin-Brandenburg, Pfarrer Thomas Gandow, verglich den Schauspieler mit Goebbels: "Tom Cruise ist der Propagandaminister für Scientology, er ist der Goebbels der Scientologen", sagte er am Montag in einem ekn-Interview. Cruise sei die Nummer zwei bei Scientology. Er werde bei Großveranstaltungen dazu eingesetzt, um Leute auf Kurs zu bringen, und äußere offen rassistische Gedanken.

Sein Film über den Widerstandskämpfer Claus Schenk Graf von Stauffenberg (1907-1944) sei für Scientology "eine PR-Chance wie die Olympischen Spiele 1936 es für die Nazis waren", sagte Gandow. Auch er kritisierte, dass sich Scientology als Kirche bezeichne: "Kirche ist ein christlicher Begriff. Eine Gruppe, die feindlich gegenüber dem Christentum ist, kann sich nicht Kirche nennen. Das ist ja, wie wenn sich die Mafia Rotes Kreuz nennen würde."

(epd Niedersachsen-Bremen/b0190/21.01.08)
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