Neuer „Studienpreis Kloster Loccum“ erstmalig verliehen

Nachricht 16. Januar 2008

Zwölf Theologinnen und Theologen erhalten Nachwuchsförderung

Göttingen/Loccum/Hannover. Erstmalig wurden fünf Theologinnen und sieben Theologen der Hannoverschen Landeskirche für ihre hervorragenden Studien- und Prüfungsleistungen mit einem Studienpreis in Höhe von bis zu 1.500 Euro gefördert. Insgesamt vergibt der Konvent des Klosters Loccum im Rahmen der von privaten und öffentlichen Spendern finanzierten theologischen Nachwuchsförderung pro Semester bis zu 15.000 Euro. Im Wintersemester 2007/8 gibt es insgesamt zwölf Preisträgerinnen und Preisträger, die das Erlernen der alten Sprachen (mit den Abschlüssen Latinum, Graecum und Hebraicum) oder die Zwischenprüfung mit Prüfungsleistungen besser als „Gut“ abgeschlossen haben. Gefördert werden Theologiestudierende der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, deren Zahl laut Oberlandeskirchenrat Michael Wöller gegenwärtig 220 beträgt. Eine Förderung ist jedoch nur bis zum Abschluss des Grundstudiums möglich.

Den Grundstock für den Studienpreis legte Landesbischof i.R. Prof. D. Eduard Lohse mit einer Spende in Höhe von 40.000 Euro. Diese Summe hatte Prof. Lohse als „Dr. Leopold-Lucas-Preis“ von der Theologischen Fakultät Tübingen in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistung auf dem Gebiet des Neuen Testamentes erhalten. Weitere Fördermittel gaben die Klosterkammer Hannover, die Hanns-Lilje-Stiftung und die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers. Bis 2011 ist der Studienpreis finanziell gesichert. Für die Fortsetzung über diesen Zeitraum hinaus werden private und öffentliche Förderer gesucht.

Der Abt des Klosters Loccum, Altlandesbischof D. Horst Hirschler, erläuterte in einem Pressegespräch in Göttingen die Motive für die Schaffung dieses Studienpreises. Dem Konvent als geistliches Leitungsgremium des Klosters Loccum sei daran gelegen, junge Menschen zu fördern, „die mit Lust und Erfolg Theologie studieren.“ Prof. Eduard Lohse möchte diesen Preis des Klosters Loccum als Ermutigung verstanden wissen, die in die theologischen Fakultäten hineinwirkt. Er habe die Hoffnung, dass über 2011 hinaus dieser Preis „ein Stab wird, der weitergereicht wird.“

Nach Auskunft von Prof. Hermann Spieckermann, Hochschullehrer an der theologischen Fakultät Göttingen und Vorsitzender der Auswahlkommission, habe dieser Preis „große Freude ausgelöst.“ Es sei sehr gut, dass durch den Preis mehrere Studierende gefördert würden, zugleich sprach er den Dank der Fakultät aus. Angesichts der hohen Belastung durch Studiengebühren, sei diese Förderung eine große Hilfe.

Aus Sicht der Landeskirche ist nach Oberlandeskirchenrat Michael Wöller dieser Studienpreis sehr zu begrüßen. Es zeichne sich ab, dass der Bedarf an qualifizierten Theologinnen und Theologen im kirchlichen Dienst in Zukunft höher sein werde, als die tatsächliche Zahl der Studierenden. Der Studienpreis sei ein „Zeichen der Ermutigung,“ Theologie zu studieren. Seit drei Jahren gebe es wieder einen Anstieg der Studierendenzahlen aus dem Bereich der Hannoverschen Landeskirche, so Wöller. Insgesamt viermal könne dieser Förderpreis beantragt werden, für jede Sprachprüfung und für die Abschlussprüfung des Grundstudiums, erläuterte der Dezernent für die Theologische Ausbildung. Ralf Tyra, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung, wies darauf hin, dass durch den Preis ein engerer Kontakt zwischen Landeskirche und Studierenden zu einem frühen Zeitpunkt geknüpft werden könne. Dies bestätigte einer der Preisträger, Julian Bergau, der in Göttingen im achten Semester Theologie studiert. Durch den Preis werde eine „enge Verzahnung von Landeskirche mit den Theologiestudierenden konkret,“ sagte Bergau. Für Henning Meinecke war der Studienpreis „ein schönes Weihnachtsgeschenk.“ Es spreche sich herum, dass gute Noten belohnt würden. Deshalb sei dieser Förderpreis ein „Anreiz zu höheren Studienleistungen,“ so Meinecke.

Im Wintersemester wurden insgesamt acht Personen mit 1000 Euro und weitere vier Studierende mit 1.500 Euro gefördert. Insgesamt zwei Mal im Jahr tritt die Auswahlkommission zusammen und entscheidet über die Vergabe des Preises. Bewerben können sich alle, die sich auf der Liste der Hannoverschen Theologiestudierenden befinden und im Grundstudium sind. Auskünfte gibt das Ausbildungsdezernat der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Kontaktadressen unter www.theologie-studieren.info

Informations- und Pressestelle
im Sprengel Hildesheim-Göttingen
Bernd Ranke

Foto: Studienpreis Kloster Loccum:
Pastor Ralf Tyra, Sekretär der Hanns-Lilje-Stiftung; Oberlandeskirchenrat Michael Wöller, Dezernent für Theologische Ausbildung; D. Horst Hirschler, Abt des Klosters Loccum, Landesbischof i.R.; Stud. theol. Henning Meinecke, Preisträger; Stud. theol. Julian Bergau, Preisträger; Prof. D. Eduard Lohse, Altabt des Klosters Loccum, Landesbischof i.R.; Prof. Dr. Hermann Spieckermann, Vorsitzender der Auswahlkommission