Ministerpräsident ruft zu Engagement gegen Rechtsextremismus auf

Nachricht 12. Januar 2008

Hermannsburg/Kr. Celle (epd). Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer (CDU), hat am Sonnabend zum Kampf gegen den Rechtsextremismus aufgerufen. Dies sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sagte Böhmer bei einer Tagung des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in Niedersachsen in Hermannsburg bei Celle: "Das rechtsextremistische Menschenbild ist mit dem christlichen Selbstverständnis unvereinbar." Werte wie Menschenwürde, Demokratie und Toleranz hätten in der Anschauung der Rechtsextremisten keinen Platz, sagte er einer Pressemitteilung zufolge.

Für diese christlich-abendländischen Werte, auf denen auch das Grundgesetz beruhe, gelte es in der Demokratie einzustehen, betonte Böhmer. Der schaumburg-lippische Landesbischof Jürgen Johannesdotter sagte, die evangelische Kirche trete gegen den Rechtsextremismus ein: "Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus beginnt dort, wo ich mich selber, in meiner Gemeinde, mit meinem Freundeskreis, mit meiner Kirche zur Verfügung stelle, um einen Anfang zu machen."

Die Kirche könne zum Beispiel Anlaufstellen für Opfer rechter Gewalt und Bündnisse gegen den Rechtsextremismus initiieren, sagte der evangelische Bischof laut Manuskript. Die größte Aufgabe des Staates sei es, in die Bildung zu investieren, damit jeder junge Mensch eine Perspektive erhalte: "Die besten Erziehungscamps sind gut ausgestattete Schulen."

Der Beauftragte der hannoverschen Landeskirche für Friedensarbeit, Pastor Klaus Burckhardt, kritisierte die jüngsten Forderungen nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts. Sie förderten latenten Rassismus, sagte er laut Redemanuskript. Wichtiger sei es, Projekte zur Prävention von Gewalt zu unterstützen. Der Evangelische Arbeitskreis der CDU vertritt die evangelischen Mitglieder von CDU und CSU. Zurzeit gehören der 1952 in Siegen gegründeten Organisation bundesweit mehr als 203.000 Mitglieder an.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0107/12.01.08)
Copyright: epd-Landesdienst Niedersachsen-Bremen