Trauerfeier für totes Baby "Mose" am Freitag in Hannover

Nachricht 09. Januar 2008

Hannover (epd). Die Trauerfeier für den toten Säugling "Mose", der Anfang des Jahres vor dem Babykörbchen am hannoverschen Friederikenstift gefunden wurde, findet an diesem Freitag um 9 Uhr in der Kapelle der Klinik statt. Die hannoversche Landesbischöfin Margot Käßmann wird die Andacht halten. Ihr liege persönlich viel an einer würdigen Bestattung, sagte sie am Dienstag dem epd. "Für uns als Kirche endet die Menschenwürde nicht mit dem Tod", betonte die Bischöfin: "Wir glauben, dass der Namen auch dieses Kindes bei Gott in das Buch des Lebens geschrieben ist."

Käßmann hat dem Jungen den Namen "Mose" gegeben, nach dem biblischen Kind, das von seiner Mutter am Ufer des Nils ausgesetzt worden war. Das Baby soll anschließend auf dem Stöckener Friedhof beigesetzt werden. Auf dem Friedhof gibt es seit 2005 ein spezielles Kindergrabfeld der Friederikenstiftung, der Henriettenstiftung und der Medizinischen Hochschule Hannover für totgeborene Kinder, die nicht bestattet werden müssen.

Der tote Neugeborene war am 2. Januar auf dem Betonboden vor dem Friederikenstift in unmittelbarer Nähe des Babykörbchens gefunden worden. Der Junge, dessen Nabelschnur noch nicht abgetrennt war, starb laut Obduktionsbericht an Unterversorgung und Kälteeinfluss. Ob das Kind bereits tot abgelegt wurde oder erst vor der Klinik gestorben ist, konnte bisher nicht geklärt werden.

Das Babykörbchen ist Teil des Projektes "Mirjam - ein Netzwerk für das Leben". Es wurde im Jahr 2001 von Käßmann, die bis heute Schirmherrin ist, und dem Diakonischen Werk gegründet. Neben dem Babykörbchen gibt es auch ein Notruf-Telefon für schwangere Frauen. Unter der Nummer 0800-60 500 40 werden die Anruferinnen rund um die Uhr beraten. Das Netzwerk hat nach Angaben der Diakonie bisher 44 Frauen helfen können. Nur sieben hätten anonym bleiben wollen. Acht Neugeborene seien abgegeben worden.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0046/08.01.08)
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