Kirchen setzen sich für Rückkehr von Kurdin ein

Nachricht 07. Januar 2008

Hildesheim (epd). Die Kirchen in Hildesheim setzen sich dafür ein, dass die vor drei Jahren in die Türkei abgeschobene Kurdin Gazale Salame zu ihrer Familie nach Deutschland zurückkehren kann. Einen entsprechenden Appell richteten der Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Hildesheim-Sarstedt, Helmut Aßmann, und der katholische Stadtdechant Wolfgang Osthaus jetzt an den niedersächsischen Landtag. Zahlreiche Gemeindemitglieder wandten sich zudem mit einer Petition an das Parlament.

Die im dritten Monat schwangere Salame war im Februar 2005 mit ihrer anderthalbjährigen Tochter vom Kreis Hildesheim abgeschoben worden, während ihr Mann Ahmed Siala die beiden älteren Mädchen in die Schule brachte. Seither ist die Familie getrennt. Siala streitet vor Gericht um ein Aufenthaltsrecht für sich und seine Familie. Dem Paar wird vorgeworfen, dass die Eltern bei der Einreise vor mehr als 20 Jahren eine angeblich türkische Staatsangehörigkeit verschwiegen haben.

Die Theologen erinnern daran, dass die Eheleute im Alter von sechs und sieben Jahren nach Deutschland kamen: "Es steht für uns im Vordergrund, dass Ahmed Siala und Gazale Salame unbeteiligte, unschuldige Kinder waren, als sie mit ihren Familien zu uns flohen, und fast ihr ganzes Leben in Deutschland verbracht haben." Eine Abschiebung nach 20-jährigem Aufenthalt erscheine "unverhältnismäßig und unmenschlich".

Die Kirchenvertreter betonen auch den grundgesetzlich verankerten Schutz von Ehe und Familie. Vor allem Salame trage die Konsequenzen der Abschiebung "mit voller Härte". Die Ärzte hätten bei ihr eine akute Depression und Suizidgefährdung diagnostiziert. Auch die Kinder befänden sich in psychologischer Behandlung. "Bei Fortdauer der seit fast drei Jahren anhaltenden Situation ist zu befürchten, dass die Familie zerbricht", heißt es.

(epd Niedersachsen-Bremen/b0038/07.01.08)
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